Brasiliens Norden
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Norden Brasiliens: Amazonas und mehr

Die nördliche Region Brasiliens ist mit einer Fläche von 3,8 mio km² die größte der fünf Regionen Brasiliens. Der Norden macht damit 42% der Fläche Brasiliens aus. Laut  der Volkszählung von 2014 leben rund 17 Millionen Menschen in der Region. Die Bevölkerungsdichte ist damit nur noch im mittleren Westen geringer.

In der nördlichen Region befinden sich mehrere Natur-Highlights: der Amazonaswald, als größter Tropenwald der Welt; der Amazonas, als größter Fluss der Welt (bezogen auf seine Ausdehnung); das Amazonasbecken, das größte hydrografische Becken der Welt; und Pico da Neblina, der höchste Punkt Brasiliens mit fast 3000 Metern. Der Pico da Neblina befindet sich im Nationalpark Pico da Neblina im Imeri-Gebirge in der Gemeinde Santa Isabel do Rio Negro im Bundesstaat Amazonas.

Die sieben Staaten der nördlichen Region und ihre Hauptstädte sehen Sie in dieser Karte. Klicken Sie um auf die entsprechende Unterseite zu gelangen oder Informieren Sie sich weiter zum Klima, Flora und Fauna sowie Tourismus und Kultur.

Tourismus im Norden Brasiliens

Der touristische Schwerpunkt im Norden Brasiliens für ausländische Touristen liegt klar im Amazonas-Gebiet um Manaus herum, weil hier viele Amazonas-Lodges zu finden sind. Manche mit nur kurzer Anreise, andere wie beispielsweise die Uacari Lodge sind mit längeren Anfahrten verbunden. Auch starten Schiffstouren von Manaus, von wenigen Tagen bis hin zu längeren Schiffsexpeditionen.

Auch Belem als Tor des Amazonas ist ein Anziehungspunkt, um zugleich Alter do Chao und die Umgebung Beléms mit der Ilha do Marajó zu entdecken.

Kultur der nördlichen Region

Die Kultur der Region Nord ist sehr reich und wird stark von Indigenen, Europäern, Afrikanern und Migranten beeinflusst. Beispiele der reichhaltigen Kultur:

  • Festival von Parintins: Das Fest findet im Juni im Bundesstaat Amazonas statt. Im sogenannten Bumbódromo wird ein Streit zweier Ochsen inzeniert: Dem roten Garantido und dem blauen Caprichoso.
  • Círio de Nazaré: Das größte religiöse Fest in Brasilien. Die Prozession im Bundesstaat Pará ist der Nossa Senhora de Nazaré geweiht und findet im Oktober statt.
  • Carimbó: Ein folkloristischer Musikstil aus Pará, der als wesentliches Instrument eine längliche Trommel aus einen ausgehöhlten Baumstamm ist. Die Musik ist eine Mischung aus afrikanischen, indigenen und portugiesischen Einflüssen.

Geografie

  • Die Amazonas-Ebene rund um das Amazonas-Flussgebiet hat nur Erhebungen von maximal 200 Metern.
  • Hochebenen zwischen 200 und 800 Metern in Gebieten mit Bergen. Hierzu zählen Beispielsweise Serra dos Carajás, Serra Pelada, Serra de Tumucumaque, Serra do Acarai und Serra do Cachimbo im Bundesstaat Pará; die Serra Dourada, die Chapada das Mangabeiras in Tocantins; und die Chapada dos Parecis in Rondônia.
  • Hochlagen über 800 Metern, einschließlich der Berge Parima und Pacaraima im Bundesstaat Roraima an der Grenze zu Venezuela und den Imeri-Bergen im Bundesstaat Amazonas, wo sich die Berge Pico da Neblina und Pico 31 de Março befinden.

Klima

Das vorherrschende Klima im größten Teil der nördlichen Region Brasiliens ist das feuchte äquatoriale Tropenklima und weist hohe Temperaturen mit Durchschnittswerten über 25 ° C und reichlich Niederschlag während des ganzen Jahres auf. Der Regen kann 2.000 bis 3.000 mm pro Jahr übersteigen und variiert je nach den Bewegungen der Luftmassen von Brasilien.

Im gesamten Bundesstaat Tocantins und im Südosten von Pará hingegen herrscht tropisches Klima mit zwei gut definierten Jahreszeiten: der Regenzeit und Trockenzeit. Es hängt also nicht so stark an den Temperaturen, wie man es in Mitteleuropa gewohnt ist.

Im Nordwesten von Pará und Osten von Roraima herrscht das halbfeuchte Tropische Klima mit kurzen Trockenperioden und hohen Temperaturen während des ganzen Jahres.

Pflanzenwelt

Die Vegetation der Nordregion ist eng mit dem Klima, dem Boden und der Landschaftsform verbunden. Neben dem Wald, der den größten Teil der Region einnimmt wurden auch Gebiete zur Viehzucht durch Rodung geschaffen.

Der Amazonas Regenwald nimmt 40% des brasilianischen Landfläche ein. Er lässt sich je nach Meereshöhe in drei Vegetationsstufen aufteilen:

  • Der Festlandwald des (“Mata de terra firme”). Dieser Wald befindet sich auf einer höheren Ebene und ist damit nicht von der regelmäßigen Überflutung der Flüsse betroffen. In dieser Vegetation gibt es Baumarten wie Mahagoni, Zeder, Angelim, Andiroba, Guaraná, Caucho (Lieferant von Naturkautschuk) und die Castanheira. Das sind einheimische Bäume, die beeindruckende Höhen von 30 Metern erreichen können.
  • Der Tieflandwald (“Mata de Várzea”)wird regelmäßig überflutet. Er liegt höhenmäßig zwischen den Wäldern Terra Firme und Igapó und bietet eine große Artenvielfalt. Hier wachsen nutzbare Bäume, die beispielsweise Naturkautschuk, Maniçoba, Maçaranduba usw. liefern.
  • Der Überschwemmungswald (“Mata de igapó”) befindet sich sich im Flachland in der Nähe der Flüsse auf permanent überfluteten Boden. Hier ist beispielsweise die beeindruckende Riesen-Seerose Vitória Régia zu finden. Auch ist die Palme Piaçava verbreitet, aus deren starken Fasern Besen hergestellt werden.

Typisch für den tropischen Regenwald sind die berühmten Lianen (Kletterpflanzern), deren Luftwurzeln teilweise trinkbares Wasser enthalten. Auch die beliebten  Orchideen sind hier heimisch und wachsen in den Tropen oft auf Bäumen, dabei sind sie aber wie die Lianen keine Schmarotzer, sondern sammeln Wasser und bieten ihrerseits wieder Lebensraum für Insekten und Amphibien.

Tierwelt

Die große Artenvielfalt bei den Pflanzen bedingt durch optimale Wachstumsbedingungen spiegelt sich auch in einer enormen Artenvielfalt bei der Fauna. Die Tierbeobachtung im Amazonas ist schwieriger als im Sumpfgebiet Pantanal. Zum einen wegen der dichten Bewaldung, die die Beobachtungsgabe der Reisenden herausfordert.  Zum anderen sind rund zwei Drittel der Säugetiere im Regenwald des Amazonas nachtaktiv. Hierzu bedarf es schon spezieller Nachtsicht-Ausrüstung oder präparierter Futterplätze. Der geschmeidige Jaguar ist im Amazonas zu finden. In der Uacari Lodge befinden sie sich auf einer Insel und haben sich an das Leben auf den Bäumen angepasst. Ein Jaguar-Expedition widmet sich dort der Erforschung der größten Raubkatze Amerikas. Hier ist auch der Flachland-Tapir heimisch und ist der größte der drei Tapirarten Südamerikas. Im Amazonasbecken lebt auch der Ameisenbär mit seiner langen klebrigen Zunge. Selbstredend sind hier auch unzählige Affenarten zu Hause und sorgen für den typischen Klangteppich des Regenwaldes. Das Faultier hangelt sich hier auch geduldig die Bäume entlang und ist bekannt für seinenGesichtsausdruck mit einem scheinbar sanften Lächeln. Die Liste der Tiere, Vögel, Insekten und Amphibien ist noch unendlich länger bestehend aus bunten Papageienarten, majestätischen Greifvögeln und Reihern, Königsfischern und vieles mehr. Diese finden in der üppigen Vegetation auch Nahrung im Überfluss mit unzähligen Fischen, Insekten und auch Früchten.

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