Corona / Covid-19 Informationen
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FAQ Corona / Covid-19 Brasilien-Reisen

Zuletzt aktualisiert: 11.04.2021

Hier finden Sie Antworten zu bereits gebuchten oder geplanten Brasilienreisen im Zusammenhang mit Corona / Covid-19. Springen Sie gerne bei Bedarf gleich zu den gesuchten Informationen zu Corona in Brasilien. Sie finden auch viele Hintergrundinformationen zu den Entwicklungen der 7-Tages-Inzidenz in Brasilien und den wichtigsten touristischen Zielen.

Wir haben als Brasilien-Spezialist selbstverständlich die aktuelle Corona-Situation im Blick und stehen im Austausch mit den Airlines und unseren Partnern vor Ort in Brasilien.

Gleich vorneweg: Trotz der aktuell beunruhigenden Zahlen und Meldungen zu Corona in Brasilien sind wir zuversichtlich, dass Sie Reisen nach Brasilien Ende des Jahres antreten und entsprechend jetzt schon buchen können. Dann sollten weltweit die Impfungen soweit fortgeschritten und Lösungen gefunden sein, dass ein entspanntes Reisen möglich ist. Kommen Sie frühzeitig auf uns zu, denn es ist nach vielen Monaten ohne Reisen mit einer großen Nachfrage und steigenden Preisen zu rechnen. Schauen Sie auf unsere Seiten mit den Rundreisen oder Reisebausteinen, um sich schon inspirieren zu lassen.

Corona / Covid-19 in Brasilien

Die Lage bei den Brasilienreisen ist sehr unübersichtlich und fast täglich ändern sich nicht nur Einreisebeschränkungen und Quarantänevorgaben, sondern auch Storno- und Umbuchungsbedingungen der Fluggesellschaften für Brasilienreisen. Wir beobachten aufmerksam die Entwicklungen und geben unseren Kunden selbstverständlich rechtzeitig Bescheid, ob und welche Einschränkungen es für eine gebuchte oder geplante Brasilienreise geben wird.

Länderspezifische Reisewarnungen

Die im März 2020 eingeführte weltweite Reisewarnung des Auswärtigen Amtes für touristische Reisen ist seit Oktober entfallen. An ihre Stelle sind nun länderspezifische Reisewarnungen getreten, die anhand von Faktoren wie beispielsweise Infektionsgeschehen, Anzahl der Tests, Eindämmungsmaßnahmen und Verlässlichkeit der staatlichen Angaben ermittelt werden. Es werden automatisch Reisewarnungen durch das Auswärtige Amt ausgesprochen, wenn das Robert-Koch-Institut (RKI) ein Land oder eine Region zum Risikogebiet bzw. Hochrisikogebiet erklärt.

Brasilien Virenmutationsgebiet

Brasilien wurde mit Wirkung zum 19.1. als Gebiet mit Virusmutation eingestuft, so dass beim Check-in für den Flug nach Deutschland bereits ein negativer Test vorgelegt werden muss. Dabei darf aber der Abstrich bei Einreise nach Deutschland nicht älter als 48 Stunden sein. Seit Samstag 30.1. gilt zusätzlich ein Beförderungsverbot für Reisende aus Brasilien, aktuell befristet bis 14. April. Ausnahmen gelten für Deutsche und Ausländer mit Wohnsitz und Aufenthaltsrecht in Deutschland. Auch Transitreisende können über Deutschland weiter in ihre Heimat fliegen.

Mehrere europäische Länder haben bereits Flüge aus Brasilien verboten, hierzu zählt auch Portugal mit der TAP. Portugal hat das Flugverbot bis 15. April verlängert. Es ist entsprechend durch diese Einschränkungen mit weiteren Flugausfällen zu rechnen. Die Lufthansa hat zunächst angegeben, ihre geplanten Flüge weiter durchzuführen, die Aussage aber drei Tage später bereits relativiert. Schon jetzt werden regelmäßig die Verbindung nach Rio de Janeiro gestrichen und nur zentral São Paulo bedient.

Weitere Informationen finden Sie unten unter dem Punkt Rückreise nach Deutschland. Aktuelle Informationen zur Einstufung der Reisegebiete liefern das Auswärtige Amt und das RKI.

Situation in Deutschland

Aufgrund des starken Anstiegs der Infektionszahlen in Deutschland Ende des letzten Jahres wurde ein Lockdown zunächst bis zum 14. Februar beschlossen. Dieser wurde trotz sinkender Zahlen bis zum 7. März verlängert, da die Bundesregierung und Länderchefs wegen der stark ansteigenden Zahlen der ansteckenderen Mutationen Gefahren sahen, dass sich das Virus unkontrolliert wie in Portugal und Großbritannien ausbreiten könnte. Deswegen wurde auch der Zielwert zunächst von 50 auf 35 abgesenkt, um wohl noch Reserven bei einer schnelleren Ausbreitung der Virusvarianten zu haben. Aktuell gilt ein Stufenplan zur Lockerung der Maßnahmen, die unterschiedliche Lockerungen bei Inzidenzwerten unter 50 und unter 100 vorsieht. Bei Überschreiten der Schwelle von 100 sollen wieder die harten Maßnahmen („Notbremse“) gelten. Aufgrund stark steigender Infektion wurde am 22.3 nun striktere Maßnahmen bis 18.4. beschlossen, wobei hiervon regional abgewichen werden kann, wenn dies niedrige Inzidenzwerte oder Teststrategien zulassen. Aber eine Diskussion über die richtige Richtung entzweit gerade die Politik, die Forderung der Ärzte und Wissenschaft ist aber klar: Ein härterer Lockdown muss her, da die Zahlen der Intensivpatienten schnell ansteigt. In Berlin beispielsweise stiegen die Zahl der Covid-Intensivbetten auf den Wert von Mitte/Ende November. Nur waren seinerzeit die Zahl der Neuinfektionen doppelt so hoch. Ein Hinweis, dass die Mutationen aggressiver sind.

Nach einer langen Abwärtsbewegung der Inzidenz war ein erneuter starker Anstieg zu verzeichnen. Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz stabilisiert sich aktuell bei 121. Es zeigt sich schon, dass der Rückgang tatsächlich nur ein Meldeverzug wegen Oster war. Der Trend vor Ostern setzt sich offenbar fort. Der Anteil der Mutationen an den Neuinfektionen liegt aktuell nach Angaben des RKI bei fast 90%. Modelle von Epidemiologen zeichneten bereits vor Wochen ein düsteres Bild einer drohenden dritten Welle durch die Mutation, die das Ausmaß der zweiten Welle mit bis zu 100.000 Fällen weit übersteigen könnte. Wir hoffen, dass dieser Kelch an uns vorübergeht und die ergriffenen Maßnahmen die Anzahl der Neuinfektionen mit den Mutanten im beherrschbaren Rahmen halten. Berlin hat deshalb beispielsweise ab 6. April strenge Maßnahmen erlassen, die vermutlich auch in der geplanten bundesweiten Notbremse umgesetzt werden.

Berechnung der Inzidenz von Corona / Covid-19 Infektionen in Brasilien

Die Corona-Informationsseite des brasilianischen Gesundheitsministeriums informiert tagesgenau über Infektionszahlen und Todesfälle aufgeschlüsselt nach Regionen, Bundesstaaten und Städten. Die für eine erste Risikobewertung des Robert-Koch-Instituts unter anderem herangezogene 7-Tage-Inzidenz wird auf der brasilianischen Website zwar nicht ausgewiesen, wird aber von GloboTur auf der Basis der Neuinfektionen letzten sieben Tage laufend berechnet. Wir nutzen im Gegensatz zum RKI den Zeitraum bis zum jeweiligen Tag, da die brasilianische Informationsseite SUS nach unserer Erfahrung keine Fälle nachmeldet. Der von der SUS genutzte, gleitende 14-Tage Durchschnitt ist geeignet Tendenzen zu erkennen, ermöglicht aber nicht die Vergleichbarkeit zwischen Ländern und Regionen wie bei der Inzidenz, die sich auf 100.000 Einwohner bezieht.

Brasilien hatte die Corona-Pandemie zwischenzeitlich gut im Griff. Dank der Maßnahmen der Gouverneure besonders betroffener Bundesstaaten war seit Anfang August eine Trendumkehr gelungen. Die Zahl der durchschnittlichen Neuinfektionen (14 Tages-Schnitt) halbierte sich nach der ersten Welle zunächst auf rund 21.000 pro Tag. Aber im November war ein Anstieg der Neuinfektionen Opferzahlen zu verzeichnen, die die bisherigen Rekordwerte mittlerweile dreifach übersteigen. So werden in Brasilien leider täglich Rekordzahlen bei Inzidenz und Toten vermeldet.

Vergleichbarkeit Brasilien und Deutschland eingeschränkt

Die Vergleichbarkeit der Zahlen zwischen den Ländern ist eingeschränkt, unter anderem  aufgrund der viel geringeren Testquote in Brasilien. Das Land führte Stand Mitte September täglich nur 30 Test pro 1.000 Einwohner durch, Deutschland hingegen 180 Tests pro 1.000 Einwohner (Anmerkung: Neuere Daten liegen bei Our World in Data aus Brasilien leider nicht vor, Deutschland macht aktuell rund 230 Test täglich pro 1.000 Einwohner). Die Fallsterblichkeit scheint in Brasilien mit 2,6% und Deutschland mit 2,6% auf den ersten Blick vergleichbar. Nur liegt der Altersdurchschnitt in Brasilien rund 17 Jahre niedriger. Es ist also davon auszugehen, dass unterschiedliche Altersstrukturen,  Gesundheitsversorgung, soziale Einbindung der Alten und weitere Faktoren einen Vergleich erschweren.

Unabhängig von dieser Unsicherheit war aber der eindeutige Abwärtstrend bis Anfang November bei den Neuinfektionen aus der Entwicklung ablesbar. Und leider auch die Tatsache, dass die Zahl der Neuinfektionen aktuell das Krisenniveau vom Juli weit übersteigt. Im Januar sank die Inzidenz von Brasilien vom Spitzenwert 180 auf 150, stieg aber aber in der zweiten Welle auf den Rekordwert von 257. Mittlerweile wurden in vielen Bundesstaaten Corona-Maßnahmen ergriffen und ein wahrscheinlicher Meldeverzug über die Ostertage zeigen einen Effekt, so dass die Inzidenz auf 209 gesunken ist und nun wieder auf 234 anzog. Es ist hier ebenfalls mit einer Fortsetzung des Trend von den Ostertagen zu rechnen. Aber so gilt Brasilien nicht nur wegen der Mutationen als Hochrisikogebiet, sondern auch wegen der sehr hohen Inzidenz über 200.

Der bereits dritte Gesundheitsminister in der Pandemie Pazuello (nur bis 16.3 im Amt)  warnte vor einer neuen Etappe der Pandemie durch die Mutation, die nach aktuellen Erkenntnissen dreimal ansteckender ist und auch erneute Infektionen ermöglicht. Die starke Verbreitung der Mutante spiegelt sich bereits in den Zahlen. Portugal zeigte auch für Europa, welche verheerenden Auswirkungen die Verbreitung der ansteckenderen britischen Variante haben kann. Die absoluten Infektions- und Opferzahlen sind mit Deutschland zwar nicht vergleichbar, da die Bevölkerung in Brasilien fast dreimal größer ist. Aber dennoch sind die Zahlen verheerend und traurig. 

Der 14-Tage-Durchschnitt der täglichen Todeszahlen ist nun rund dreimal so hoch wie im bisherigen Höhepunkt im Juni/Juli und es werden nun laufend neue traurige Rekordzahlen bei den Opferzahlen gemeldet. In der ersten Welle im Mai lag in Brasilien die Fallsterblichkeit bei 7% und sank zwischenzeitlich auf 2,4%. Im Zuge der zweiten Welle in Brasilien ist dieser Wert nun schon auf 2,6% gestiegen. In Deutschland lag die Fallsterblichkeit im Juni am höchsten bei 4,7% und bewegt sich aktuell ebenfalls bei 2,6%. Sie zog seit November von 1,5% auf 2,9% an, da in der zweiten Welle mehr alte Menschen infiziert wurden. Mit den Impfungen der Risikogruppen hat die Fallsterblichkeit in Deutschland bereits 0,3% im Vergleich vom Höchststand Ende Februar abgenommen.

Die Auslastung der Intensivbetten in Brasilien liegt in fast allen Regionen bei über 90%. Aber schlimmer wiegt oft der Mangel an Personal und grundlegenden Materialien wie Medikamente oder Sauerstoff zur Beatmung. Entsprechend melden seit Ende März viele Städte einen akuten oder bevorstehenden Kollaps der Gesundheitssysteme. Gemäß einer Studie der Stiftung Fiocruz starben in den letzten 12 Monaten in Brasilien 80% der beatmeten Intensivpatienten. In Deutschland liegt diese Quote bei rund 50%. Im Zuge der zweiten Welle stieg dieser Wert seit November sogar auf 83,5%, in manchen Region sterben bis zum 90% der beatmeten Menschen.

Die Zahl der Toten ist ein eindeutiger Gradmesser für den Erfolg oder Misserfolg im Kampf gegen Corona. Stand Ende Januar hat Brasilien bislang 167 Tote pro 100.000 Einwohner zu verzeichnen, Deutschland noch rund 95 Tote pro 100.000 Einwohner. Dabei ist die Entwicklung unterschiedlich. In Deutschland waren durch die zweite Welle Ende des Jahres im Januar viele Tote zu beklagen. Der Anstieg konnte aber mittlerweile durch Lockdown und bevorzugten Impfungen der Risikogruppen gebremst werden. In Brasilien hingegen ist ein starker Anstieg der Opfer zu verzeichnen, der angesichts der aktuell steigenden Infektionszahlen in circa 3-4 Wochen leider noch an Dynamik gewinnen dürfte.

Fallsterblichkeit in Brasilien gleich hoch

Ein interessanter Vergleichswert die kumulierte Fallzahl der Todesopfer pro 100.000 Einwohner: Sie liegt in Brasilien bei 6.400 und in Deutschland bei 3.600. Es lässt sich hieraus die Fallsterblichkeit errechnen, die in Brasilien und Deutschland aktuell bei 2,6% liegt. Oben haben wir bereits dargelegt, dass die Quote zwar gleich hoch ist, aber vor allem wegen der jüngeren Bevölkerung nicht vergleichbar ist. Die Quote zog seit November kontinuierlich an mit vielen Opfern zu Jahresbeginn 2021. Hier macht sich wohl bemerkbar, dass die Bevölkerung in Deutschland älter ist und das Virus um den Jahreswechsel stark in Alten- und Pflegeheimen grassierte.

Was die Alten in Deutschland in der ersten Welle durch die soziale Isolation in Heimen wohl „schützte“, wurde hier offenbar zum Bumerang. Denn das Virus konnte sich schnell in den Heimen verbreiten, sobald es einmal durch Angehörige oder Pflegepersonal eingeschleppt wurde. In Italien hingegen starben in der ersten Welle viele alte Menschen, weil diese hier traditionell noch mehr in den Familien integriert sind und sich schnell bei den jungen Menschen angesteckt haben.

Priorisierung bei Impfung in Deutschland

Die Immunisierung der Menschen über 80 Jahren insbesondere in Alten- und Pflegeheimen hat deshalb in Deutschland oberste Priorität, um die Todesfälle schnell zu senken. Die Immunität entwickelt sich aber erst zwei Wochen nach der zweiten Impfung, die wiederum 3-4 Wochen nach der erste Impfung erfolgt. So konnten tatsächlich erst Mitte Februar die Ende Dezember geimpften Personen als immunisiert gelten. Das erklärt die sehr hohen Todeszahlen in Deutschland in den ersten Wochen von 2021, die eben auf Infektionen beruhen, die 3-6 Wochen zuvor erfolgten. Traurige Todesfälle ereigneten sich entsprechend leider in Pflegeheimen, in denen zwar bereits alle Bewohner*innen geimpft wurden, aber die Immunisierung noch nicht aufgebaut werden konnte. Die Zahl der neuen Toten hat sich seither merklich abgeschwächt, so dass die sinkenden Neuinfektionen und auch die Impfungen ihre Wirkung entfalten. Experten sehen aber nun aufgrund der Mutationen die Gefahr, dass nun auch jüngere Menschen kritisch erkranken und sterben könnten.

Aktuelle 7-Tages Inzidenzen in ausgewählten Städten und Bundesstaaten Brasiliens

Stadt/Staat 7-Tage Inzidenz zum Vortag
(Werte vom 09.04.2021)
Brasilien 234 (+6,1%)
DE: 121 (+10,0%)
São Paulo 221 (+9,6%)
Rio de Janeiro 114 (+4,9%)
Salvador 137 (+4,0%)
Manaus 119 (-9,8%)
Amazonas 146 (-0,1%)
Mato Grosso (Nord-Pantanal) 446 (+4,0%)
Mato Grosso do Sul (Süd-Pantanal) 308 (+4,3%)
Aktuell Infizierte
pro 100.000 EW
597 (+1,8%)
DE: 290 (+4,2%)

Laden Sie bei Interesse die Tabelle als pdf mit den Inzidenzen seit Oktober herunter. Unter den Schaubildern finden Sie auch jeweils den Link zu den CSV-Dateien.

Prinzipiell scheinen die Osterfeiertage bislang mit den Weihnachtsfeiertagen vergleichbar zu sein. Der Jahreswechsel hatte wegen geringerer Tests und Meldungen an die Ämter in Brasilien und Deutschland zu vorübergehend geringeren Inzidenzen geführt. Es wurde sowohl in Deutschland als auch Brasilien ein starker Anstieg nach den Feiertagen erwartet. Aber hier wie dort blieb die Katastrophe zum Glück aus. Ob vermehrt Schnelltests genutzt wurden, weniger gereist wurde oder man während der Feierlichkeiten Abstand hielt, ist schwer zu sagen. In Deutschland sank die Inzidenz seit dem Januar-Spitzenwert 160 kontinuierlich auf 57 und stieg seither mit 121 wieder über die Schwelle zur „Notbremse“. Der Trend vor den Feiertagen setzt sich also fort. Die Mutanten mit höherer Ansteckungsrate machen sich bemerkbar, da trotz weitgehendem Lockdown die Zahlen ansteigen und nach Ansicht von Experten Deutschland bereits in der dritte Welle ist.

In Brasilien ging der zwischenzeitliche Spitzenwert 180 Mitte Januar bis Mitte Februar zurück und stieg danach wieder mit 257 weit über den vorigen Rekordwert vom Januar. Über die Osterfeiertage ist eine merkliche Reduktion auf 209 zu verzeichnen, stieg aber nun wieder auf 234 an. Der Trend setzt sich hier also auch fort.

Es wird sich zeigen, wie sich die Zahlen angesichts des fortgesetzten Lockdowns und teilweise strengerer Verordnungen in Deutschland mit Blick auf die Mutationen entwickeln. In Brasilien werden die Maßnahmen auf kommunaler und bundesstaatlicher Ebene entschieden. So hat São Paulo beispielsweise zu Jahresbeginn und aktuell immerhin tageweise die „rote Ampelphase“ ausgerufen, in der Restaurants und Geschäfte geschlossen werden müssen. In Brasília ist ein strenger, ganztägiger Lockdown eingeführt worden, nachdem auch hier die Krankenhäuser an Ihre Grenzen gestoßen sind. Bolsonaro drohte den Bundesstaaten, die Lockdowns einführen mit Kürzungen von Geldern. Er verunglimpfte Impfungen, verharmloste die Pandemie („Hört auf zu heulen“) und will das Land wieder öffnen, um die Wirtschaft nicht weiter zu belasten. So kann man denken, wenn man privilegiert ist und eine gute Krankenversorgung hat. Für die Mehrheit der Menschen in Brasilien trifft das leider nicht zu. Die Ärmsten und Schwächsten leiden besonders unter der Pandemie. An diesen Menschen hat Bolsonaro bekanntermaßen nicht wirklich großes Interesse.

Bolsonaro tauschte nun bereits zum dritten Mal den Gesundheitsminister in der Pandemie aus, der noch am Montag 15.3 den Kauf von 100 Millionen Dosen von Pfizer ankündigte. Bolsonaro schlägt wohl vor allem angesichts der Rückkehr des beliebten früheren Präsidenten Lula auf die politische Bühne mildere Töne an. Aber ingesamt scheint die brasilianische Bevölkerung zunehmend unzufrieden mit der Pandemiebekämpfung des Präsidenten. Der Austausch von sechs Kabinettsmitgliedern bestätigt diese Unruhe bei Bolsonaro, die wohl allem darauf basiert, dass wichtige Wirtschaftsvertreter in einem offenen Brief eine Änderung der Politik fordern.

Corona in Brasilien: Großes Land – große Unterschiede

Das Infektionsgeschehen in Brasilien ist regional recht unterschiedlich, bei einem Land dieser Größe auch nicht verwunderlich. Der zurückliegende Anstieg in ganz Brasilien kann vermutlich einerseits wohl auf eine nachlassende Vorsicht im privaten Bereich (vor allem bei manchen Bevölkerungsgruppen wie wohlhabende und/oder junge Menschen) hindeuten, die in Deutschland und Europa wohl auch die zweite Welle beschert hat. Zudem schlagen nun auch die Mutationen stark durch in Form einer bei einer beschleunigten Ansteckung vor allem im privaten und beruflichen Umfeld. Rio hat aber bereits die Silvesterfeier an der berühmten Copacabana und den Karneval abgesagt, da hier enorme Ansteckungsrisiken gesehen wurden. Der zunächst auf Juli verschobenen Karneval wurde vernünftigerweise endgültig abgesagt.

Die aktuell zwar ebenfalls gestiegene, aber noch im Landesvergleich relativ geringe Zahl der Neuinfektionen und Inzidenz von 114 geben dem rigiden Kurs in Rio recht, auch wenn der Anstieg wegen der Mutationen auch in Rio spürbar ist.  Zwischenzeitlich war auch ein Streit zwischen dem Präsidenten und manchen Gouverneuren hinsichtlich Pandemie- und Impfstrategie entbrannt, der in der Situation nicht hilfreich war. So versuchte São Paulo beispielsweise im Alleingang chinesische Impfstoffe für seine Bürgerinnen und Bürger zu besorgen. Der Präsident hat widerwillig eingelenkt, wohl um seinem Widersacher, dem Gouverneur von São Paulo keinen Triumph zu gönnen. In São Paulo stieg die Inzidenz auf 269. Zur Eindämmung der Infektionen wurden vier Feiertage in die Woche vor Ostern vorgezogen, so dass vom 26.3. bis 4. April zusammenhängende Ferientage galten. Die Strände des Bundessstaates wurden gesperrt, um eine Reisewelle zu vermeiden. Die Inzidenz ging in São Paulo zwischenzeitlich auf 196 zurück, zog aber bereits wieder auf 221 an. Ob hier eine Einsicht bei der Bevölkerung zu erwarten ist, dass Kontaktbeschränkungen notwendig sind? Diese Einsicht ist natürlich nur bei der Mittel und Oberschicht möglich. Viele prekär beschäftige Menschen in Brasilien haben einfach keine Wahl. Sie müssen arbeiten gehen und wohnen in sehr beengten Verhältnissen.

Die Impfungen mit dem Impfstoff Sinovac sind Mitte Januar gestartet. Allerdings sind sie Ergebnisse hinsichtlich der Wirksamkeit sehr umstritten, das zuständige Institut Butantan musste einräumen, dass die zuvor verkündete Effektivität von 78% falsch kalkuliert war. Sie liegt wohl tatsächlich nur bei 50,4% und damit nur 0,4% über der Mindestanforderung für eine Zulassung. Aber das jüngst bekannt gewordene, offenbar erpresserische Geschäftsgebaren von Pfizer in Lateinamerika führte verständlicherweise zur breiten Ablehnung des Impfstoffes durch die Regierungen. Angeblich wollte der US-Konzern, der vom Know-How der deutschen Tochter Biontech profitiert, zu Produktionspreisen verkaufen. Pfizer forderte wohl aber absurde Sicherheitsleistungen und umfassende Haftungsfreistellungen. Inzwischen wird neben AstraZeneca auch Sputnik V aus Russland eingesetzt. Biotech/Pfizer und Johnson & Johnson werden erst ab Mai zum Einsatz kommen können.

Doppelte Katastrophe in Manaus

Manaus konnte die Inzidenz der Neuinfektionen nach dramatischen Monaten im Mai/Juni mit vielen Opfern auf 77 im November senken. Anfang des Jahres war Manaus aber wieder im Katastrophenmodus. Die Inzidenz lag zwischenzeitig bei knapp 600 und liegt nun wieder bei 119 und damit weit unter den Landesdurchschnitt. Die Zahl der schwer Erkrankten stieg damals so stark, dass diese in anderen Bundesstaaten verlegt werden mussten. Manaus ist insofern ein wichtiges wissenschaftliches Untersuchungsfeld, weil die Stadt aufgrund von Blutuntersuchungen im Juni/Juli mit über 70% Infizierten („Herdenimmunität“) laut einer Studie als „durchseucht“galt, da sich hier das Virus aufgrund der sozialen Gegebenheiten (bspw. kleine Boote als Transportmittel) nahezu ungebremst ausbreiten konnte. Inzwischen wird die Studie wegen verzerrter Stichproben in Zweifel gezogen, denn die Neuinfektionen liegen wieder extrem hoch.

Die Gründe für die erneuten Infektionen wurden untersucht, die Virusmutation P.1 ist mittlerweile in Brasilien vorherrschend. Die Flüge von Manaus wurden seinerzeit leider nicht eingeschränkt, das Virus konnte sich entsprechend in Brasilien ausbreiten und sorgt nun für gleiche Bilder im ganzen Land wie im Januar in der „Hölle von Manaus“. Die Mutante P1 ist nach Einschätzungen von Experten Faktor 1,4 bis 2,2 ansteckender als der Wildtyp, entzieht sich leichter dem Immunsystem und ist insgesamt tödlicher, vor allem auch bei jüngeren Menschen. Solche Immun-Escape-Mutationen sind normal, aber mit steigenden Infektionenszahlen steigt auch das Risiko weiterer gefährlicherer Mutationen.

Salvador konnte seine Inzidenz zwischenzeitlich auf unter 30 absenken. Sie stieg aber wieder stark an und so war die Hauptstadt Bahias mit einer Inzidenz von über 200 seit 2 Wochen konstant als Hochrisikogebiet einzustufen. Mittlerweile liegt die Inzidenz mit 137 wieder weit unter der Schwelle von 200 und auch unter dem Durchschnitt Brasiliens. Mato Grosso (Nord-Pantanal) verzeichnet seit November einen starken Anstieg auf fast 460, schwächte zwischenzeitlich etwas ab, aber liegt mittlerweile wieder bei extrem hohen 446 und damit leider ebenfalls klar auf dem Niveau eines Hochrisikogebietes. Mato Grosso do Sul (Süd-Pantanal) war lange ein „Sorgenkind“ mit sehr hoher Inzidenz. Diese sank seit den Jahreswechsel stetig und lag zwischenzeitlich mit rund 170 auf dem Landesdurchschnitt. Aber auch hier zog die Inzidenz in den letzten Wochen auf mittlerweile 308 an und Mato Grosso do Sul gilt damit ebenfalls klar doppelt als Hochrisikogebiet.

Rate der aktuell Infizierten in Brasilien dreifach so hoch

Die Zahl der aktuell Infizierten bezogen auf 100.000 Einwohner liegt in Brasilien mit 597 mehr als doppelt so hoch wie in Deutschland mit 290, nachdem es im letzten Quartal des letzten Jahres durch eine verzögerte zweite Welle gegenüber Deutschland lange bessere Werte vorweisen konnte. Aber der Abstand nimmt nun im Zuge der steigenden Neuinfektionen in Deutschland wieder ab. Zu beachten ist hierbei, dass die Dunkelziffer bei den aktuellen Infektionen in Brasilien wegen geringerer Testzahlen vermutlich aber noch höher liegen könnte.

Deutschland hat Dezember bis Februar die Inzidenz und die Zahl der aktuell Infizierten durch den Lockdown um 70% reduzieren können, aber die dritte Welle mit den Mutationen macht nun die Erfolge wieder schnell zunichte. Das Ziel der Bundesregierung war eine 7-Tage-Inzidenz von unter 35 im März, um den Lockdown zu lockern und auch den bereits in Deutschland nachgewiesenen Mutanten den Nährboden zu entziehen. Aber die steigenden Zahlen der letzten Woche stimmen etwas besorgt, dass eine dritte Welle durchschlägt. Dies versucht der bereits erwähnte Stufenplan zu berücksichtigen. Große Hoffnungen wurden in die „theoretisch“ seit dem 5.3. verfügbaren Corona-Selbsttests gelegt, um weitere Lockerungen zu erreichen. Hierdurch sollen Infektionen schneller aufgedeckt werden. Aber erst nach einem Monat sind die Laientests vermehrt verfügbar. Wöchentliche Gratistests sind beispielsweise in Berlin verfügbar, aber mancherorts überlaufen. Tübingen ist Modellprojekt mit einer konsequenten Teststrategie für ihre Bürger:innen, allerdings musste wegen stark steigender Infektionszahlen die Außengastronomie wieder geschlossen werden. Vor allem wegen vieler Tagestouristen wurde es zu voll und so werden die Tagestickets nur noch an Einheimische ausgegeben.

GloboTur mit Erfahrungen aus erster Hand

Das Team von GloboTur war im Dezember und Januar im Bundesstaat São Paulo unterwegs, um neue Angebote für den Atlantischen Regenwald zu testen. Im öffentlichen Raum galten hier dieselben strengen Regeln wie in Deutschland, die auch weitestgehend befolgt wurden. Alle Touren und Transfers fanden mit Masken statt, sogar im Regenwald, wenn nicht genügend Abstand eingehalten werden konnte. In der Stadt São Paulo wird auch in den öffentlichen Verkehrsmitteln nach unserem Eindruck die Maskenpflicht durchgängig und besser als beispielsweise in Berlin eingehalten. Auf belebten Straßen und Taxis trugen fast alle Maske. Allerdings ist hier auch im beruflichen Umfeld mit vermehrten Infektionen zu rechnen, da dort ebenfalls in den Unternehmen nicht durchgängig Masken getragen werden und Klimaanlagen die Ansteckung begünstigen.

In São Paulo und Rio de Janeiro sind ein Großteil der Firmen mit Büroarbeitsplätzen ansässig. Entsprechend ist hier wegen des höheren Wohlstands auch mehr Homeworking und Homeschooling möglich. Das war vielleicht der Grund für die zunächst unterdurchschnittliche Neuinfektionsrate der Millionenmetropolen im Februar. Aber da sich die Infektionsraten dennoch erhöhen, ist hier eine hohe Nachlässigkeit im privaten und beruflichen Bereich zu vermuten. Es ist zu hoffen, dass Maßnahmen stärker angezogen werden, da sonst landesweit ein Drama wie in Manaus droht. Ein bundesweiter Lockdown wird von Bolsonaro nach wie vor abgelehnt.

Risikobewertung durch das RKI

Die Einstufung als Risikogebiet durch das RKI berücksichtigt bei nomineller Unterschreitung des Schwellenwertes von 50 im zweiten Schritt weitere qualitative Aspekte wie Anzahl der Infektionen, Art des Ausbruchs (lokal/flächendeckend), Testkapazitäten und durchgeführte Tests sowie ergriffene Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie (Stringency Index). Von der Einschätzung dieser Aspekte wird abhängen, wann und in welcher Form (bspw. regionale Risikogebiete) die Einstufung von Brasilien aktualisiert wird. Es ist aber nicht davon auszugehen, dass die Einstufung als Risikogebiet in der ersten Jahreshälfte 2021 zurückgenommen wird, da die Lage hier in Europa wie dort doch zu unübersichtlich ist und ein Lockdown in Deutschland bis in den April hinein besteht, wie es Experten bereits im Januar prognostiziert haben.

Impfsituation in Deutschland

Die Impfungen liefen in Deutschland sehr schleppend an, da Engpässe in der Produktion bis ins Frühjahr hinein bestanden. Zudem ist die Beschaffungsstrategie der EU offenbar leider nicht aufgegangen. Länder wie Großbritannien haben offensichtlich besser verhandelt, so dass diese bereits eine dreifache Anzahl von Impfdosen pro 100 Einwohner verabreicht haben.

In den letzten Tagen hat aber die Impfkampagne an Dynamik gewonnen, weil die Hausärzte nun ebenfalls impfen. So stiegt die Zahl der Erstgeimpften 15,2%. Hingegen haben nur 5,9% der Bevölkerung bislang die zweite Impfung erhalten. Es ist klar die geänderte Impfstrategie zu mehr Erstimpfungen erkennbar. Diese basiert auf der Erkenntnis, dass eine erste Impfung schon einen guten Teilschutz bietet. Zudem wurde der Zeitraum bis zur Zweitimpfung ausgeweitet, so dass diese bislang reservierten Dosen nun auch verimpft werden. Mit steigenden Lieferungen ist wieder eine stärkere Angleichung der beiden Kurven zu rechnen, auch wenn die Begrenzung des Impfstoffes von AstraZeneca auf über 60 Jährige ein Rückschlag der Impfkampagne sein dürfte.

Nach Aussagen von Politik und Experten hinsichtlich der Lieferzusagen der bestehenden Hersteller und Zulassungen weiterer Impfstoffe lassen für das laufende zweite Quartal auf einen starken Anstieg der verimpften Dosen hoffen, so dass die aktuelle Geschwindigkeit beibehalten werden könnte. Die Hinzunahme von Fach- und Hausärzten soll Engpässe bei der Verabreichung vermeiden. So könnte eine Impfung der rund zwei Drittel Impfwilligen doch bis zum Herbst gelingen. Nach einer ermutigenden Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung könnten sogar 50 Millionen Menschen bis Ende Juli geimpft sein. Es keimt Hoffnung auf, dass im Herbst die Pandemie im Griff ist. Auch zeigt der Impftermin-Rechner, der auf der Basis der Impfrate der letzten sieben Tage und Impfbereitschaft von rund 66% die hochgerechneten Zeiträume für die verschiedenen Bevölkerungsgruppen kalkuliert an, dass man als gesunder Erwachsener ab Juli eine Impfung erwarten kann.

Eine Ungewissheit besteht dann noch, wie sich die Situation bei stärkerer Immunisierung angesichts weiterer Mutationen entwickelt. Aber wir teilen die Zuversicht von Prof. Wieder vom RKI und hoffen, dass im Herbst eine breite Immunisierung vorherrschen wird. Ob dann aber wieder Veranstaltungen wie der Berliner Marathon oder das Oktoberfest möglich sein werden, bezweifeln wir aktuell. Auch das Thema „Rücknahme von Einschränkungen“ wird aktuell politisch diskutiert. Beispielsweise dass Geimpfte keinen Test beim Betreten von Geschäften vorweisen müssen und nicht in Quarantäne nach der Rückreise aus Risikogebieten müssen. Nur wird hierbei unseres Erachtens noch nicht die regelmäßige Auffrischung der Impfungen aufgrund der grassierenden Mutationen berücksichtigt.

Reiseeinschränkungen bei Reisen nach Brasilien

Corona / Covid-19 Einreisebedingung nach Brasilien

Reisen nach Brasilien sind aktuell grundsätzlich möglich, auch wenn eine Reisewarnung besteht. Es ist aber weiterhin mit Flugausfällen vor allem angesichts der kritischen Situation in ganz Europa zu rechnen, so dass eine gewisse zeitliche Flexibilität seitens der Reisenden notwendig werden kann. Auch Brasilien hat seit dem 30.12. wieder eine Einreisebeschränkung, so dass nun vor der Einreise ein negativer PCR-Test sowie eine Gesundheitserklärung vorgelegt werden muss. Füllen Sie die Gesundheitserklärung der Gesundheitsbehörde ANVISA online aus und führen Sie diese ausgedruckt mit. Wundern Sie sich bitte nicht: Die Website spricht von einer Teilnahme an einer Umfrage „Survey“. Im ersten Schritt müssen Sie Name und E-Mailadresse angeben, an die ein Link zum Ausfüllen der Erklärung gesendet wird. Schauen Sie auch in den Spam-Ordner. Der PCR-Test ist ab 12 Jahren verpflichtend, 3-11 Jährige benötigen diesen nur, wenn sie unbegleitet reisen. Für Kinder bis 2 Jahren wird kein Test benötigt.

Reisekrankenversicherung dringend empfohlen

Eine Reisekrankenversicherung muss nicht nachgewiesen werden, ist aber dennoch selbstverständlich dringend empfohlen. Sollten Sie zudem einer Risikogruppe angehören, raten wir zudem von einer Reise ab. Denn die privatversicherte Gesundheitsversorgung für Touristen ist zwar auf deutschem Niveau, steht aber nur in größeren Städten zur Verfügung und Intensivbetten sind durch die Pandemie kaum verfügbar. Das heißt, auch bei anderen Erkrankungen besteht die Gefahr, nicht optimal behandelt zu werden. In staatlichen Krankenhäusern und Gesundheitszentren ist die Ausstattung nicht auf deutschem Niveau und Englisch wird zudem selten gesprochen. Bei einer Covid-19-Erkrankung mit Komplikationen ist in Deutschland eine wesentlich bessere Behandlung zu erwarten.

Wir beraten unsere Kunden natürlich gerne hinsichtlich einer passenden Auslandsreisekrankenversicherung, die auch bei einer Pandemie gültig sein muss. Gute Erfahrungen haben wir mit der preiswerten Auslandsreisekrankenversicherung der HanseMerkur gemacht, die mehrere Reisen pro Jahr mit einer maximalen Dauer bis 56 Tage abdeckt und sich bequem jährlich erneuert. Hanse Merkur bietet nun auch eine Corona-Zusatzschutz an, der auch die Kosten einer notwendigen Quarantäne und Transportverweigerung im Ausland absichert.

Reisen trotz Reisewarnung?

Unsere Kunden können trotz der bestehenden Reisewarnung eine Brasilienreise natürlich auf eigenen Wunsch antreten, allerdings können in diesem Falle coronabedingte Leistungseinschränkungen (bspw. unvorhersehbare Ereignisse wie Flugstornierungen/entfallene Programmpunkte/eingeschränkte Services in Hotels etc.) nicht als Reisemangel reklamiert werden. Selbstverständlich werden wir über bereits bekannte Einschränkungen vor Abreise informieren, notwendige Umbuchungen vornehmen und alles in unserer Macht stehende tun, damit die Brasilienreise trotz der möglichen Einschränkungen eine Traumreise wird.

Wie auch die Bundesregierung raten wir von touristischen Reisen ab, weil Sie die Reise nicht so wie sonst genießen können. Wir empfehlen Ihnen einen Reisezeitraum in der späten zweiten Jahreshälfte oder 2022, wenn die Impfungen weiter vorangeschritten sind und sich die Lage hoffentlich normalisieren wird.

Corona / Covid-19 Rückreisebedingungen nach Deutschland

Die Bundesregierung hat am 25.3. eine neue Verordnung für Einreisen aus Risikogebieten beschlossen. Es muss bei allen Einreisen ein negativer Corona-Test vorgelegt werden. Es werden darüber hinaus die Einreisebedingungen abgestuft. Brasilien wurde mit Wirkung zum 19.1. zum Hochrisikogebiet Stufe 3 mit Virenmutation erklärt. Die am 30.1. in Kraft getretene Einreisesperre bedeutet explizit kein Flugverbot wie in anderen Ländern. Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit, Ausländer mit Aufenthaltserlaubnis und Wohnsitz in Deutschland sowie Transitreisenden dürfen weiterhin nach Deutschland einreisen. Allerdings steigt durch das Einreiseverbot wieder die Gefahr von Flugausfällen.

Da Brasilien aktuell als Gebiet mit Virenmutation gilt, muss für den Check-in am Flughafen bereits ein negativer Corona-Test vorgelegt werden, wobei der Abstrich nicht früher als 48 Stunden vor Einreise am deutschen Flughafen vorgenommen worden sein darf. Bei einem positiven Test muss man sich selbstverständlich in Quarantäne in Brasilien begeben und darf diese für 14 Tage nicht verlassen. Ein Rückflug ist in dem Fall natürlich nicht möglich.

Der Negativ-Test muss auch den Einreisebehörden vorgelegt und bei Bedarf dem örtlichen Gesundheitsamt übermittelt werden. Der PCR-Test gilt als „Goldstandard“ und ist zuverlässiger als ein Antigen-Schnelltest. Letzterer reicht aber nach Auskunft der Corona-Informationsseite des Bundesgesundheitsministeriums und des RKI ebenfalls für den Nachweis einer nicht vorliegenden Infektion aus, solange die WHO-Kriterien (≥80% Sensitivität und ≥97% Spezifität) erfüllt werden. Wichtig ist, dass das Testzertifikat auch auf Englisch, Französisch oder Deutsch ausgestellt ist und die genaue Bezeichnung des Tests mit Hersteller und Spezifikationen aufgeführt wird. Aus diesem Grunde scheiden sicher viele (preiswerte) Testmöglichkeiten beispielsweise in einer Apotheke aus, da hier in der Regel kein Zertifikat in einer der geforderten Übersetzungen und den gewünschten Angaben erhältlich ist. Die Airline, Einreisebehörden und das Gesundheitsamt werden den Test ablehnen, wenn dieser nicht die Bedingungen erfüllt.

Eine sichere und schnelle Lösung ist das Testzentrum von CR Diagnósticos am Flughafen São Paulo Guarulhos am Terminal 3, das für 350 BRL innerhalb von ca. 4h ein PCR-Testergebnis liefert. Kunden der Lufthansa, Swiss, TAP, KLM, Air France erhalten 10% Rabatt. Allerdings sollten Sie hier mit bis zu drei Stunden Wartezeit bis zur Probenentnahme rechnen. Beachten Sie, dass Sie das negative Testergebnis bereits beim Check-in vorlegen müssen, wobei es auch als PDF am Mobiltelefon gezeigt werden kann. Aus diesem Grund sollten Sie mindestens 9 Stunden vor Abflug am Flughafen eintreffen.

Am Flughafen Belo Horizonte gibt es eine vergleichbare Testmöglichkeit vom Labor Hermes Pardini, die nach eigenen Angaben ein Testergebnis in fünf Stunden liefern. Das sollte bei einer guten Flugverbindung ebenfalls ausreichen. Da der Abstrich nicht früher als 48 Stunden vor Einreise in Deutschland genommen werden darf, müssen Sie bei anderen Testmöglichkeiten (z.B. Testergebnis erst nach 24h) prüfen, ob zwischen Abstrich (Probenentnahme) und Eintreffen in Deutschland weniger als 48 Stunden liegen (Achtung Zeitverschiebung!). Sonst riskieren Sie ein Bußgeld und müssen sich erneut testen lassen und ggf. ein Hotel auf eigene Kosten bis zum Erhalt des Testergebnisses bezahlen. Die Bundespolizei prüft mittlerweile alle Reisenden aus Risikogebieten direkt beim Ausstieg aus dem Flugzeug.

Neben der Testpflicht besteht aktuell bei der Rückkehr aus Brasilien grundsätzlich Quarantänepflicht von 10-14 Tagen. Prüfen Sie hiervon abweichende Regeln für Ihr Bundesland, in Berlin gilt beispielsweise seit 5.2. für Virusmutationsgebiete eine verlängerte Quarantänezeit von 14 Tagen. Zusätzlich müssen Sie sich online unter www.einreiseanmeldung.de frühestens 3 Tage vor der Einreise registrieren. Die Daten werden Ihrem lokalen Gesundheitsamt übermittelt, damit man sich bei Ihnen ggf. melden kann. Es wird ein PDF-Dokument generiert, das Sie ausdrucken und der Airline zum Antritt des Fluges sowie den Einreisebehörden vorzeigen müssen. Sie können das Dokument ebenso wie den Test auch elektronisch vorzeigen. Prüfen Sie zudem eventuelle zusätzliche Einreisebedingungen für Ihr Bundesland.

Berücksichtigen Sie bei Ihrer Reiseplanung also auf jeden Fall bis zu 14 Tage für die häusliche Isolierung nach der Rückkehr, die nur bei einem eventuell möglichen weiteren negativen Test (frühestens nach 5 Tagen durchführbar) vorzeitig beendet werden darf. Da Brasilien aktuell zum Virusvariantengebiet gehört, können die Länder strengere Regeln erlassen. So ist beispielsweise in Berlin die Verkürzung der häuslichen Isolierung für Virusvariantengebiete seit der Verordnung vom 5.2. nicht mehr möglich. Prüfen Sie bitte deshalb Ihre aktuelle Infektionsschutzverordnung für Ihr Bundesland diesbezüglich. Falls ein Freitesten noch möglich ist, prüfen Sie anhand der Infektionsschutzverordnung für Ihren Wohnsitz zudem, ob in Ihrem Bundesland auch ein Antigen-Schnelltest erlaubt ist. Die RKI Seite zur Anerkennung diagnostischer Tests nennt dies als Möglichkeit, wenn der Test den WHO-Kriterien entspricht. Aber auch hiervon können die Länder abweichen. Sollte ein Schnelltest durch die Verordnung in Ihrem Wohnsitz möglich sein, können Sie sich nach 5 Tagen Quarantäne binnen 30 Minuten „Freitesten“. Diesen negativen Test müssen Sie bis 10 Tage nach der Reise aufbewahren und dem Gesundheitsamt auf Verlangen vorlegen. Auch hier gilt: Es müssen auch der verwendete Antigentest mitsamt Spezifikationen auf dem Attest vermerkt sein, um dem Gesundheitsamt eine Prüfung der Voraussetzungen zu ermöglichen.

Regionale Tageszeitungen liefern oft praktische Übersichten über mögliche Corona-Testzentren und Kosten (Antigentest ab 30 Euro, PCR ab 60 Euro). Sie finden diese Übersichten in der Regel über den Suchbegriff „Covid Test“ + Ihre Region bei Internet-Suchmaschinen.  Beachten Sie, dass es zukünftig keine Entschädigung mehr bei Verdienstausfall geben wird, wenn Sie aus einem Risikogebiet einreisen und in Quarantäne müssen. Mehr Informationen finden Sie auf der Corona-Website des Bundesgesundheitsministeriums.

Links zu Botschaften und Vertretungen in Deutschland und Brasilien

Notieren Sie sich möglichst die Kontaktdaten der Auslandsvertretungen für Deutschland, Schweiz oder Deutschland in Brasilien. Für weitere Fragen zur Einreise wenden Sie sich an die Brasilianische Botschaften in Berlin, Bern oder Wien.

Die Reisebeschränkungen für Österreich finden Sie auf der Informationsseite der österreichischen Bundesregierung. Das Bundesamt für Gesundheit der Schweiz hat auch eine Informationsseite Corona für Reisende erstellt.

Corona / Covid-19 FAQ Brasilienreisen

Ich möchte nicht warten. Welche Kosten entstehen bei der Stornierung meine Brasilienreise?

Selbstverständlich können Sie Ihre Reise jederzeit stornieren. Wir nennen Ihnen gerne die anfallenden Stornogebühren, die von Ihren individuell gebuchten Leistungen abhängen. Aber wir möchten Ihnen gerne eine Verschiebung der Reise ans Herz legen. Dies können wir in Absprache mit unseren Partnern in Brasilien oft sogar ohne Umbuchungskosten vornehmen. Das gibt Ihnen, uns und auch unseren Partnern in Brasilien eine Planungssicherheit. Hinsichtlich individuell gebuchter Flüge müssen wir mögliche Kosten einer Verschiebung bzw. Stornierung prüfen. Sprechen Sie uns gerne an, damit wir die besten Optionen ausloten können.

Übernimmt meine Reiserücktrittsversicherung Stornierungskosten meiner Brasilienreise wegen Corona / Covid-19?

Reiserücktrittsversicherungen übernehmen nur in solchen Vorfällen die Kosten einer notwendigen Stornierung, wenn diese in den Versicherungsbedingungen genannt sind. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn der Buchende selbst oder einer der Mitreisenden unerwartet und schwer erkrankt (das gilt natürlich auch für COVID-19). In guten Versicherungsangeboten ist zudem ein Rücktritt wegen Einkommensverlusten bei Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit abgedeckt. Gute Erfahrungen haben wir mit der preiswerten Auslandsreisekrankenversicherung der HanseMerkur gemacht, die mehrere Reisen pro Jahr mit einer maximalen Dauer bis 56 Tage abdeckt und sich bequem jährlich erneuert. Sehen Sie hier die entsprechenden Corona-FAQ der Hanse-Merkur.

Mein Flug nach Brasilien wurde wegen Corona / Covid-19 storniert. Was muss ich tun?

Wir überwachen ständig den Status der von uns gebuchten Flüge. Sobald wir Kenntnis von der Streichung Ihres Fluges erlangen, setzen wir uns mit Ihnen in Verbindung. Zuvor sprechen wir mit den Fluggesellschaften, da diese prinzipiell Ersatzflüge anbieten oder den Flugpreis erstatten müssen. Aktuell erfolgen die Erstattungen teilweise widerrechtlich zeitlich stark verzögert oder durch Gutscheine. Hier ist die Situation sehr dynamisch und wir suchen nach der besten Lösung für Sie.

Sollten Sie Ihren Flug selbst gebucht haben, müssen Sie bitte die Fluggesellschaft selbst kontaktieren. Denn wir haben keinen Zugriff auf Ihre Buchung und können deshalb auch keine Änderungen veranlassen. Aber auch hier ist die Airline im Prinzip verpflichtet, Ihnen einen Ersatzflug anzubieten oder die Erstattung vorzunehmen.

Wann kann ich wieder eine Reise nach Brasilien buchen?

Aussagen zur zukünftigen Situation hinsichtlich von Brasilienreisen sind aktuell schwierig. Aber wir erhoffen uns eine Verbesserung der Pandemie-Situation im Herbst 2021, wenn die Impfkampagnen zumindest bei der ersten beiden Risikogruppen erfolgreich gewesen sind. Buchungen für das letzte Quartal nehmen wir deshalb gerne entgegen und sehen auch eine große Chance, dass diese Brasilienreisen ohne größere Komplikationen möglich sind. Werfen Sie schon jetzt einen Blick auf unsere Brasilien-Rundreisen oder stellen Sie sich Ihre individuelle Brasilienreise aus unseren Brasilien-Reisebausteinen zusammen. Senden Sie uns gerne eine unverbindliche Reiseanfrage, wir kommen dann mit einem möglichen Reiseprogramm auf Sie zurück.

Rechtlicher Hinweis

Die obigen Informationen sind nach bestem Wissen zusammengestellt. Sie ersetzen aber keine Rechtsberatung oder verbindliche Auskünfte zuständiger europäischer oder brasilianischer Behörden hinsichtlich der jeweiligen Einreisebedingungen. Insofern übernehmen wir keinerlei Haftung für die oben aufgeführten Informationen.

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Thema "Brasilienreise und Corona / Covid 19"

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