Corona in Brasilien
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FAQ Corona / Covid-19 Brasilien-Reisen

Zuletzt aktualisiert: 24.09.2021

Hier finden Sie Antworten zu bereits gebuchten oder geplanten Brasilienreisen im Zusammenhang mit Corona / Covid. Springen Sie gerne bei Bedarf gleich zu den gesuchten Informationen zum Thema Corona / Covid-19 in Brasilien. Sie finden auch viele Hintergrundinformationen zu den Entwicklungen der 7-Tages Inzidenz in Brasilien und den wichtigsten touristischen Zielen.

Brasilien gilt seit dem 19. September nicht mehr als Hochrisikogebiet. Bei der Einreise muss nur noch die vollständige Impfung, Genesung oder ein negativer Test nachgewiesen werden. Die Reisewarnung ist damit auch entfallen.

Wichtige Kennzahlen:

7-Tage-Inzidenz Brasilien 114 (Nachmeldungen) +100,7% (Wochentrend)
7-Tage-Inzidenz Deutschland 63 -14,1% (Wochentrend)
Quote Erst-/Zweitimpfung Brasilien 68,2% 39,9%
Quote Erst-/Zweitimpfung Deutschland 67,6% 63,7%
Virusvarianten Brasilien (Boletim 17.09.)
Virusvarianten Brasilien (covariants.org 20.09.)
Delta 52%
Delta 93%
Gamma 48%
Gamma 7 %
Virusvarianten Deutschland (RKI 23.09.) Delta 100 % Gamma 0 %
Quellen:
Inzidenzen: RKI und SUS (7-Tage Inzidenz Brasilien berechnet durch GloboTur)
Impfdaten:Vacinômetro und impfdashboard.de, Basis Gesamtbevölkerung.
Varianten: Boletim Epidimiológico der Regierung und RKI. Die Seite covariant.org zieht Daten des GISAID Forschungsnetzwerkes heran. Die Zahlen spiegeln nur die Anteile in den sequenzierten Proben wider, nicht die Gesamtzahl der Fälle. Die Prozentzahlen können sich auch durch rückwirkende Meldungen weiterer Sequenzierungen zum genannten Stichtag ändern.
Wochentrend = 7-Tage Durchschnitt der 7-Tage-Inzidenz im Vergleich zur Vorperiode

 

Inhalt:

1. Corona / Covid-19 in Brasilien und Deutschland
1.1   Aktuelle Situation
1.2   Berechnung der Inzidenz Brasilien
1.3   Grafik: 7-Tages-Inzidenz und Tote in Brasilien im Vergleich zu Deutschland
1.4   Aktuelle Inzidenzen in ausgewählten Städten und Bundesstaaten
1.5   Grafik: 7-Tages-Inzidenzen in Städten und Bundesstaaten Brasiliens im Verlauf 
1.6   Impfsituation im Vergleich

2. Corona / Covid-19 Reisebeschränkungen
2.1   Einreisebedingungen Brasilien
2.2   Rückreisebedingungen Deutschland
2.3   Links zu Vertretungen und Botschaften in Brasilien und Deutschland

3. Corona / Covid-19 FAQ zu Brasilienreisen

Brasilienreisen wieder möglich

Brasilien kommt hinsichtlich der Pandemie endlich und verdientermaßen aus den Negativschlagzeilen heraus. Die Inzidenzen und Zahl der Todesfälle sind merklich gesunken und Brasilien überflügelt bei den Erstimpfungen die ursprünglichen „Impf-Musterschüler“. Rio und São Paulo haben bereits unglaubliche 97% Erstimpfungen und fast 60% vollständige Impfungen unter der erwachsenen Bevölkerung. Diese positiven Informationen liest man leider kaum in den deutschsprachigen Medien. Wir liefern in unserem nachfolgenden Artikel Zahlen und Hintergründe zum Thema Corona / Covid-19 Brasilien aus verschiedenen staatlichen, journalistischen und wissenschaftlichen Quellen, damit Sie sich ein eigenes Bild machen können. Und Sie für sich eine Entscheidung treffen können, wann Sie (wieder) nach Brasilien reisen möchten.

Am 18.9. wurden aus den Bundesstaaten Rio de Janeiro und São Paulo 133.000 Neuinfektionen der vergangenen Wochen nachgemeldet. Das Gesundheitsministerium erklärt dies mit einer Zusammenführung der Meldesysteme, was statistischen Fehler zukünftig verhindern soll. In diesem Zuge wurden wohl auch am 21.9. vom Bundesstaat Ceará 12.000 nach unten und am 22.9. von Santa Catarina 15.000 Infektionen nach oben korrigiert, so dass die Zahlen gerade ungewöhnlich schwanken. Die statistischen Ausschläge werden sich Ende September wohl wieder auf das tatsächliche Niveau von rund 50 einpendeln. Die Zahl der Toten wurde hingegen bei der Systemumstellung nicht berührt.

Brasilien ist seit dem 19. September auch kein Hochrisikogebiet mehr, nachdem das Land bereits am 1.9. von der Liste der Virusvariantengebiete genommen wurde. Für die Rückreise nach Deutschland reicht damit der Nachweis der vollständigen Impfung oder Genesung. Alternativ kann auch ein negativer PCR oder Antigen-Test vorgelegt werden. Hiervon können aber Airlines abweichen, wenn im Transitland (Umstieg) noch ein PCR-Test auch für Geimpfte vorgeschrieben ist. Weitere Details finden Sie bei den Rückreisebedingungen nach Deutschland weiter unten.

Es besteht damit keine Reisewarnung des Außenministeriums für Brasilien mehr. Aber dennoch haben viele angesichts der immer noch unsicheren weltweiten epidemischen Gesamtlage verständlicherweise Bedenken hinsichtlich internationaler Reisen. Es sind immer noch vereinzelt Einschränkungen beim Reisen in Brasilien möglich, indem bspw. Hotels gewisse Leistungen wie Buffets oder Wellness-Bereiche nicht anbieten dürfen oder Öffnungszeiten eingeschränkt sind. Ab Januar 2022 sehen wir aber wieder entspannte und nahezu ungetrübte Brasilienreisen. Kommen Sie frühzeitig auf uns zu, denn es ist nach vielen Monaten der Entbehrungen ohne Brasilienreisen mit einer großen Nachfrage zu rechnen.

In Brasilien sind durch die Verschiebungen der Reisen von 2020 und 2021 auf 2022 bereits viele Unterkünfte im Pantanal und Amazonas ausgebucht. Schauen Sie auf unsere Seiten mit den Rundreisen oder Reisebausteinen, um sich schon inspirieren zu lassen. Für unser beliebtes Jaguar-Safari Paket in Porto Jofre halten wir Kontingente im Mai, Juni und Oktober 2022 vor. Sprechen Sie uns an und sichern Sie Ihren Termin.

Corona / Covid-19 in Brasilien und Deutschland

Die im März 2020 eingeführte weltweite Reisewarnung des Auswärtigen Amtes für touristische Reisen ist seit Oktober 2020 entfallen. An ihre Stelle traten länderspezifische Einstufungen als Hochrisiko- oder Virusvariantengebiete, die anhand von Faktoren wie beispielsweise vorherrschende Virusvarianten, Infektionsgeschehen, Anzahl der Tests, Eindämmungsmaßnahmen und Verlässlichkeit der staatlichen Angaben ermittelt werden. Es werden automatisch Reisewarnungen durch das Auswärtige Amt ausgesprochen, wenn das Robert-Koch-Institut (RKI) ein Land oder eine Region zum Virusvarianten- oder Hochrisikogebiet erklärt. Die Nachweispflicht für alle Flugreisende wird bis auf weiteres vorgeschrieben und wurde seit dem 1.8. auch (theoretisch) auf alle anderen Transportmittel ausgedehnt.

Brasilien kein Hochrisikogebiet mehr

Brasilien wird ab dem 19. September nicht mehr als Hochrisikogebiet geführt. Entsprechend erleichtern sich die Einreiseregeln nach Deutschland weiter. Es entfällt die Absonderungspflicht für alle Einreisenden, auch für brasilianische Einreisende. Es muss nur noch ein negativer Test, Genesung oder Impfung nachgewiesen werden. Weitere Informationen finden Sie unten unter dem Punkt Rückreise nach Deutschland. Aktuelle Informationen zur Einstufung der Reisegebiete liefern das Auswärtige Amt und das RKI.

Nach einer langen dritten Welle sank die 7-Tage-Inzidenz in Brasilien mit einem spektakulären Sinkflug auf 50, dem niedrigsten Wert seit Ende Oktober 2020. Am 18.9 stieg aber die Inzidenz schlagartig um fast 70 nach oben, verursacht durch hohe Nachmeldungen aus den Bundesstaaten São Paulo und Rio, wobei sich aktuell in Rio auch ein deltabedingter Anstieg abzeichnet. Der aktuelle Wert liegt bei 114. Der geglättete Wochentrend (Vergleich der durchschnittlichen Inzidenzen der vergangene sieben Tage im Vergleich zur Vorperiode) ging bislang stark abwärts und pendelt nun entsprechend schnell ins starke Plus. Aber trotz der oben bereits erwähnten imposanten Impfquoten sind in beiden Städten seit 1. September Impfnachweise erforderlich (auch für Touristen), um gewisse touristische Attraktionen wie beispielsweise den Zuckerhut zu besuchen. Wir denken, dass das die Zahlen in den Metropolen im Griff halten wird.

Die recht positiven Aussichten war wohl mit ein Grund, dass Airlines wieder vermehrt Flugverbindungen aufgenommen haben. Letztendlich sollte das Risiko einer Ansteckung bei Testungen und FFP2-Maskenpflicht gering sein, zumal die HEPA-Filter in Flugzeugen die Corona-Viren wirksam eindämmen dürften. Aber das „Einschleppen“ von Mutationen muss selbstverständlich verhindert werden, da trotz Testpflichten Infektionen unbemerkt bleiben können.

Bei den Flügen von und nach Brasilien hat sich die Situation wieder weitgehend normalisiert. São Paulo wird von von allen Airlines außer British Airways wieder angeflogen. Air France und TAP fliegen wieder nach Rio. Insgesamt ist aber immer noch mit Flugausfällen zu rechnen, vor allem wenn sich die Situation auf einer oder beiden Seiten des Atlantiks wieder verschlechtern sollte.

Leicht sinkende Neuinfektionen in Deutschland

Die dritte Welle im Frühjahr konnte gestoppt werden, die RKI-Zahlen sanken seit Ende April von 169 auf den Tiefstwert des Jahres von 5. Es ist offensichtlich, dass die ergriffenen Maßnahmen zusammen mit dem Sommer-Effekt und mit den fortschreitenden Impfungen die Anzahl der Neuinfektionen mit den Mutanten im beherrschbaren Rahmen halten konnten. Das nächste Risiko ist eine Delta-Welle im kalten Herbst, da der Anteil der ansteckenderen Variante laut RKI mittlerweile bei 100% liegt. Die Infektionszahlen zogen im Juli und August vermutlich rückreisebedingt stark an, bremsten im September ab und sinken aktuell sogar wieder. Die Inzidenz in Deutschland liegt nun bei 63. Die Reproduktionsrate liegt aktuell unter 1. Wenn sich im Zuge des kalten Herbstes die Menschen wieder mehr in Innenräumen aufhalten, wird das Delta-Virus „durchstarten“ können. RKI-Chef Wieler sagt  deshalb auch, dass es keine Frage des Ob, sondern wann die Delta-Welle Deutschland trifft. Aktuell wurde die 50er Inzidenz-Schwelle aus dem Infektionsschutzgesetz gestrichen und es werden mehr die Klinikeinweisungen (Hospitalisierungen) in den Blick genommen.

Erste Daten aus Großbritannien zeigen, dass nur eine vollständige Impfung vor Hospitalisierung schützt. Dort ist Delta-Variante vorherrschend und nach ersten Erkenntnissen doppelt so ansteckend wie die Ursprungsvariante, wobei aber die relativ gute Durchimpfung Hospitalisierungen im gleichen Maße wie die Neuinfektionen verhindern konnte, da auch aktuell eher junge Menschen infiziert werden. Die Überlastung des Gesundheitssystem tritt entsprechend nun bei viel höheren Inzidenzen ein, so dass Lockdowns von vielen Politikern bereits ausgeschlossen werden. Stattdessen werden die Testpflichten für Ungeimpfte ab einer Inzidenz von 35 wieder eingeführt und die Schnelltests ab 11. Oktober kostenpflichtig.

Berechnung der Inzidenz von Corona / Covid-19 Infektionen in Brasilien

Die Corona-Informationsseite des brasilianischen Gesundheitsministeriums informiert tagesgenau über Infektionszahlen und Todesfälle aufgeschlüsselt nach Regionen, Bundesstaaten und Städten. Die für eine erste Risikobewertung des Robert-Koch-Instituts unter anderem herangezogene 7-Tage-Inzidenz wird auf der brasilianischen Website zwar nicht ausgewiesen, wird aber von GloboTur auf der Basis der Neuinfektionen letzten sieben Tage laufend berechnet. Wir nutzen im Gegensatz zum RKI den Zeitraum bis zum jeweiligen Tag, da die brasilianische Informationsseite SUS nach unserer Erfahrung keine Fälle nachmeldet. Der von der SUS genutzte, gleitende 14-Tage Durchschnitt ist geeignet Tendenzen zu erkennen, ermöglicht aber nicht die Vergleichbarkeit zwischen Ländern und Regionen wie bei der Inzidenz, die sich auf 100.000 Einwohner bezieht.

Brasilien hatte die Corona-Pandemie Ende 2020 nach der ersten Welle gut im Griff. Dank der Maßnahmen der Gouverneure besonders betroffener Bundesstaaten war nach der ersten Welle eine Trendumkehr gelungen. Die Zahl der durchschnittlichen, täglichen Neuinfektionen (14 Tages-Schnitt) halbierte sich nach der ersten Welle zunächst auf rund 21.000. Aber im November fingen neue Wellen an, die vorige Spitzenwerte immer wieder übertrafen: Januar, März und Juni mit in der Spitze durchschnittlich 75.000 täglichen Infektionen. Die März-Welle bescherte dann im April eine Spitze bei den Opferzahlen mit durchschnittlich 3.000 Toten pro Tag. Der Inzidenzwert erholte sich wochenlang nicht und sank seit Wochen stetig auf unter 50 und liegt trotz eines nachmeldebedingt sprunghaften Anstiegs mit 114 immer noch unter der Hochinzidenzgebiet-Schwelle von 200. Die Opferzahlen sind nach der letzten Welle merklich gesunken, da mittlerweile viele Menschen der gefährdeten Personengruppen geimpft wurden. Die Zahl der Opfer liegt mittlerweile durchschnittlich bei 500 pro Tag, also „nur noch“ 15% der traurigen Spitzenwerte.

Vergleichbarkeit Brasilien und Deutschland eingeschränkt

Die Vergleichbarkeit der Zahlen zwischen den Ländern ist eingeschränkt, unter anderem  aufgrund der viel geringeren Testquote in Brasilien. Das Land führte Stand Mitte September 2020 täglich nur 33 Test pro 100.000 Einwohner durch, Deutschland hingegen 196 Tests pro 100.000 Einwohner (Anmerkung: Neuere Daten liegen bei Our World in Data für Brasilien leider nicht vor). Im Mai 2021 spricht die Webseite G1 von immerhin 149 Tests pro 100.000 Einwohner, besagt aber auch, dass diese Quote nicht ausreicht. In Rio wurden in der letzten Woche 40.000 Tests durchgeführt, das entspricht einer Quote von 85, immer noch nur etwa 60% der Quote von Deutschland.

Die Fallsterblichkeit scheint in Brasilien mit 2,8% und Deutschland mit 2,2% auf den ersten Blick nicht stark zu unterscheiden. Nur liegt der Altersmedian in Brasilien rund 13 Jahre niedriger. Es ist also davon auszugehen, dass unterschiedliche Altersstrukturen,  Gesundheitsversorgung, soziale Einbindung der Alten und weitere Faktoren einen Vergleich erschweren. Unabhängig von dieser Unsicherheit war aber der eindeutige Abwärtstrend bis Anfang November 2020 bei den Neuinfektionen aus der Entwicklung ablesbar. Und auch die Tatsache, dass die Zahl der Neuinfektionen und Opfer der dritten Welle das Krisenniveau jetzt vom Juli und den vom Januar weit überstieg und nun aber endlich die Situation wieder unter Kontrolle zu sein scheint.

Der 14-Tage-Durchschnitt der täglichen Todeszahlen war zwischenzeitlich in der dritten Welle dreimal so hoch wie im bisherigen Höhepunkt im Juni/Juli 2020. Aber die Spitze ist nun überschritten, da die Zahl der Toten wieder auf durchschnittlich fast 500 gesunken (7 Tage-Schnitt) ist.

Fallsterblichkeit in Brasilien ein Viertel höher als in Deutschland

In der ersten Welle im Mai 2020 lag in Brasilien die Fallsterblichkeit bei 7% und sank zwischenzeitlich auf 2,4%. Im Zuge der dritten und vierten Welle in Brasilien ist dieser Wert nun wieder auf 2,8% gestiegen. In Deutschland lag die Fallsterblichkeit im Juni 2020 am höchsten bei 4,7% und bewegt sich aktuell bei 2,2%. Sie zog seit November von 1,5% auf 2,9% an, da in der zweiten Welle noch mehr alte Menschen infiziert wurden und starben. Mit den Impfungen der Risikogruppen hat die Fallsterblichkeit in Deutschland bereits 0,7% im Vergleich vom Höchststand Ende Februar abgenommen. Auf den vergangenen Vierwochen-Zeitraum bezogen liegen die Sterblichkeitsraten in Deutschland unter 1 und Brasilien unter 2, was auf jüngere Infizierte und/oder bessere Behandlungsmöglichkeiten hinweist. Die Auslastung der Intensivbetten in Brasilien liegt in fast allen Bundesstaaten wieder unter 60%, nur Boa Vista im Norden Brasiliens und in Rio de Janeiro ist man noch bei einer fast kritischen Auslastung.

Die Zahl der Toten ist ein eindeutiger Gradmesser für den Erfolg oder Misserfolg im Kampf gegen Corona. Stand Ende Januar hat Brasilien bislang 282 Tote pro 100.000 Einwohner zu verzeichnen, Deutschland noch rund 113 Tote pro 100.000 Einwohner. Dabei ist die Entwicklung unterschiedlich. In Deutschland waren durch die zweite Welle Ende des Jahres im Januar viele Tote zu beklagen. In Deutschland sind mittlerweile so wenig Tote zu verzeichnen, dass die Zahl erst wieder nach zwei Wochen um einen Punkt stieg. In Brasilien hingegen war seit Mitte März ein starker Anstieg der Opfer zu verzeichnen, deren Dynamik sich inzwischen aber ebenfalls durch die bereits erwähnte bevorzugte Impfungen alter Menschen abgeschwächt hat, so dass sich der Wert „nur“ noch alle 3-5 Tage um einen Punkt erhöht.

Die Quote der Todesopfer zog in Deutschland seit November kontinuierlich an mit vielen Opfern zu Jahresbeginn 2021. Hier machte sich bemerkbar, dass die Bevölkerung in Deutschland älter ist und das Virus um den Jahreswechsel stark in Alten- und Pflegeheimen grassierte. Was die Alten in Deutschland in der ersten Welle durch die soziale Isolation in Heimen „schützte“, wurde hier zum Bumerang. Denn das Virus konnte sich schnell in den Heimen verbreiten, sobald es einmal durch Angehörige oder Pflegepersonal eingeschleppt wurde. In Italien hingegen starben in der ersten Welle viele alte Menschen, weil diese hier traditionell noch mehr in den Familien integriert sind und sich schnell bei den jungen Menschen in der ersten Welle angesteckt haben.

Priorisierung bei Impfung in Deutschland und Brasilien

Die Immunisierung der Menschen über 80 Jahren insbesondere in Alten- und Pflegeheimen hatte deshalb in Deutschland oberste Priorität, um die Todesfälle schnell zu senken. Die volle Immunität entwickelt sich aber erst zwei Wochen nach der zweiten Impfung, die wiederum 3-4 Wochen nach der erste Impfung erfolgt. So kam und kommt es immer noch zu Infektionen in Pflege- und Altenheimen, da alte Menschen weniger Antikörper entwickeln. Der Schutz durch beispielsweise Masken wird deshalb auch weiter neben den Impfungen eine Rolle spielen. In Brasilien wird ebenfalls priorisiert geimpft („faixa etária“), so dass die Zahl der coronabedingten Sterbefälle ebenfalls entsprechend sank.

Die Zahl der neuen Toten hat sich mittlerweile merklich abgeschwächt und liegt bei durchschnittlich 60 pro Tag. Die Intensivbetten sind wenig mit Covid-Patienten belegt, der Wert steigt aber wieder leicht an.

7-Tages Inzidenzen in ausgewählten Städten und Bundesstaaten Brasiliens

Stadt/Staat 7-Tage Inzidenz Wochentrend
Brasilien 114*
D: 65
+100,7%
-13,1%
São Paulo 43* +186,3%
Rio de Janeiro 254* +273,0%
Manaus 8 -52,1%
Salvador 13* +6,5%
Amazonas 8 -36,0%
Mato Grosso do Sul 29 +5,7%
Mato Grosso 109 +6,9%
Aktuell Infizierte
pro 100.000 EW
188
D: 176
+12,5%
-2,9%
Laden Sie bei Interesse die Tabelle als pdf mit den Inzidenzen seit Oktober herunter. Unter den Schaubildern finden Sie auch jeweils den Link zu den CSV-Dateien. Wochentrend = Durchschnitt der Inzidenz der letzten 7 Tage im Vergleich zur der Vorperiode.
* = ohne Meldung für mind. einen Tag im Inzidenzzeitraum. Es ist nicht ersichtlich, ob Werte nachgemeldet werden.

Deutschland trat trotz langen monatelangen Lockdowns im März in eine dritte Welle ein. Die Werte erreichten aber glücklicherweise nicht wieder die Rekord-Inzidenz der Neuinfektionen vom Dezember, obwohl sich die Alpha-Mutation mit höherer Ansteckungsrate durchgesetzt hatte. Der Spitzenwert der Inzidenz lag in dieser Welle „nur“ bei 169 und sank bis Anfang Juli auf den geringsten bisherigen Wert des Jahres von 5. Die Zahl der Toten nahm dank der Impfungen der vulnerablen Gruppen nicht im gleichen Maße wie seinerzeit die Infektionen zu und sank auch zusehends mit entsprechender Verzögerung auf durchschnittlich 30 pro Tag. Es ist aber ein Anstieg auf durchschnittlich 60 zu verzeichnen, die Hospitalisierungen nehmen wieder leicht zu, auch bei jüngeren Menschen unter 60.

Die Inzidenz in Deutschland sinkt glücklicherweise leicht und liegt aktuell bei 63, der R-Wert schwankt knapp unter 1. Zukünftige Risiken liegen in der ansteckenderen Delta-Variante in Kombination mit einer zunehmenden Sorglosigkeit der Bevölkerung, die nach Ansicht von Epidemiologen im Herbst eine vierte Welle begünstigen. Es wird sich zeigen, ob die Impfkampagne bis dahin eine gewisse Immunität zumindest in den gefährdeten Gruppen geschaffen haben wird. Aber erste Erkenntnisse aus Großbritannien legen nahe, dass eine Immunisierung der Bevölkerung Hospitalisierungen und Todesopfer verhindern kann. Hier sind die Steigerungen der Krankenhauseinweisungen erheblich geringer als in den letzten Wellen mit vergleichbarem Anstieg der Infektionen.

In Brasilien ging im Zuge der zweiten Welle der erste Spitzenwert 183 Mitte Januar bis Mitte Februar etwas zurück und stieg im März befeuert durch die Gamma Variante mit 257 auf den zweiten Spitzenwert des Jahres in einer dritten Welle. Bis 18.9. fiel die Inzidenz seit Wochen stetig auf erfreuliche 50, sprang aber bedingt durch hohe Nachmeldungen aus den Bundesstaaten São Paulo und Rio auf nun 114. Der bundesweite Trend zeigt nun auch wieder nach oben. Auch die anderen touristischen Regionen haben nun auch langsam wieder steigendende Tendenzen, teilweise auf niedrigem Inzidenzniveau. Der starke Sinkflug bremste also merklich, wir machen hierfür die in São Paulo und Rio mittlerweile vorherrschende Delta-Variante verantwortlich. Wir sehen es aber als Teil des Impfwunders von Brasilien, dass die Werte trotz Ausbreitung der Delta-Variante im Vergleich zu Ländern wie Großbritannien noch so gering sind. Wobei Neuinfektionen durch mehr impfbedingt asymptomatische Infektionen durchaus auch unentdeckt bleiben könnten, gleiches gilt auch vor allem für Deutschland.

Der Boletim Epidimiológico der Regierung berichtet Stand 17.09., dass die Delta-Variante in 52% der in den neu in der Woche eingesendeten Proben nachgewiesen werden konnte. Hierbei lagen aber einige Meldungen, unter anderem aus São Paulo nicht vor. Damit dürften der Wert noch höher liegen. Die Website covariants.org meldet zum Stichtag 20.09. 93% Anteil der Delta-Variante bei 120 Sequenzierungen. Dem RKI lagen diese Trends offenbar schon früh vor, so dass sie sich entscheiden haben, das beliebte Urlaubsziel schneller als von uns erwartet von der Liste der Virusvariantengebiete zu nehmen. São Paulo hat nach offiziellen Angaben mittlerweile 70% Delta-Anteil und Rio de Janeiro sogar 90% und war nach den Zahlen zu urteilen auch auch der mögliche Ausgangspunkt der Delta-Infektionen. Denn dort gingen die Zahlen zu Beginn der Delta-Welle hoch. Die Nachrichtenagentur Associated Press beleuchtet die Corona/Delta-Situation in Brasilien.

Es wird sich zeigen, wie sich die Zahlen in Brasilien mit Blick auf neue Mutationen und Maßnahmen entwickeln. Hier werden die Maßnahmen auf kommunaler und bundesstaatlicher Ebene entschieden. So hatte São Paulo beispielsweise tageweise die „rote Ampelphase“ ausgerufen, in der Restaurants und Geschäfte geschlossen werden müssen. In Rio und São Paulo werden zunehmend Impfausweise Pflicht beim Betreten von belebten Orten.

Bolsonaro hingegen drohte den Bundesstaaten, die Lockdowns einführen wollten mit Kürzungen von Geldern. Er verunglimpfte Impfungen, verharmloste die Pandemie („Hört auf zu heulen“) und wollte das Land schnell wieder öffnen, um die Wirtschaft nicht weiter zu belasten. So kann man denken, wenn man privilegiert ist und eine gute Krankenversorgung hat. Für die Mehrheit der Menschen in Brasilien trifft das leider nicht zu. Die Ärmsten und Schwächsten leiden besonders unter der Pandemie, wenn man die Wahl hat, Angehörige zu verlieren oder nichts zu essen zu haben. An diesen Menschen hat Bolsonaro bekanntermaßen nicht wirklich großes Interesse.

Bolsonaro tauschte bereits dreimal den Gesundheitsminister in der Pandemie aus. der Präsident schlägt wohl vor allem angesichts der Rückkehr des beliebten früheren Präsidenten Lula auf die politische Bühne mildere Töne an. Aber ingesamt scheint die brasilianische Bevölkerung zunehmend unzufrieden mit der Pandemiebekämpfung des Präsidenten. Der Austausch von sechs Kabinettsmitgliedern im Frühjahr bestätigt diese Unruhe bei Bolsonaro, die wohl auch darauf basiert, dass wichtige Wirtschaftsvertreter in einem offenen Brief eine Änderung der Politik forderten. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Brasilianerinnen und Brasilianer bei den Präsidentschaftswahlen im nächsten Jahr erinnern, wer ihnen diese Katastrophe vorsätzlich eingebrockt hat. Und vieles anderes mehr. Aktuell versucht er die Löschungen seiner Fake-News in den sozialen Medien per Dekret zu untersagen, im Abwärtssog seiner Umfragewerte nehmen seine Maßnahmen bizarre Formen an.

Corona in Brasilien: Großes Land – große Unterschiede

Das Infektionsgeschehen in Brasilien ist regional recht unterschiedlich, bei einem Land dieser Größe auch nicht verwunderlich. Der zurückliegende Anstieg in ganz Brasilien kann vermutlich einerseits wohl auf eine nachlassende Vorsicht (bzw. Müdigkeit) im privaten Bereich (vor allem bei manchen Bevölkerungsgruppen wie wohlhabende und/oder junge Menschen) hindeuten, die in Deutschland und Europa wohl auch die zweite Welle beschert hat. Zudem schlugen auch die Gamma-Mutation stark durch in Form einer bei einer beschleunigten Ansteckung vor allem im privaten und beruflichen Umfeld. Welche Entwicklung das Land im Zuge der Ausbreitung der Deltavariante nimmt, wird sich zeigen.

Rio hatte Ende letzten Jahres die Silvesterfeier an der berühmten Copacabana und den Karneval abgesagt, da hier enorme Ansteckungsrisiken gesehen wurden. Der zunächst auf Juli verschobene Karneval wurde vernünftigerweise endgültig für das Jahr gestrichen. Die Inzidenz in Rio stieg seit Monaten stetig und sank Anfang Juli auf 62. Es war bei der Inzidenz in Rio vermutlich deltabedingt eine kurze Spitze auf über 200 zu verzeichnen, die Werte schwanken stark, vermutlich weil die Meldeketten der Gesundheitsbehörden nicht funktionierten. Aktuell liegt der Wert nun wieder bei 254, aber wir schätzen, dass er ohne die Nachmeldungen bei rund 80 läge.

In São Paulo lag die Inzidenz in der Spitze auf 269 und sank auf beeindruckende 8 und bewegte sich damit weit unter dem Durchschnitt Brasiliens bei sehr stark fallender Wochentendenz. Am 16.9 und 18.9. wurden viele Fälle gemeldet, bei denen es sich ebenfalls um Nachmeldungen handelte. Die Inzidenz liegt nun bei 43, wir schätzen aber den tatsächlichen Wert auf unter 20.

São Paulo hat eine Impfquote von 97% bei den über 60 jährigen, viele alte Menschen haben schon eine dritte Dosis bekommen, vor allem die zuerst mit Sinovac geimpft wurden. Offenbar ist hier seit Wochen neben dem Impfwunder auch eine Einsicht bei der Bevölkerung in der Metropole erfolgt, dass Kontaktbeschränkungen notwendig sind. Eine Einsicht ist natürlich nur bei der Mittel- und Oberschicht möglich. Viele prekär beschäftige Menschen in Brasilien haben einfach keine Wahl. Sie müssen arbeiten gehen und wohnen in sehr beengten Verhältnissen.

Zu Beginn der Impfkampagne war auch ein Streit zwischen dem Präsidenten und manchen Gouverneuren hinsichtlich Pandemie- und Impfstrategie entbrannt, der in der Situation natürlich nicht hilfreich war. So versuchte São Paulo beispielsweise zu Jahresbeginn im Alleingang chinesische Impfstoffe für seine Bürgerinnen und Bürger zu besorgen. Der Präsident hat widerwillig eingelenkt, wohl um seinem Widersacher Doria, dem Gouverneur von São Paulo keinen Triumph zu gönnen. Die Impfungen mit dem Impfstoff Sinovac starteten Mitte Januar. Allerdings waren die Ergebnisse hinsichtlich der Wirksamkeit sehr umstritten. Das zuständige Institut Butantan musste einräumen, dass die zuvor verkündete Effektivität von 78% falsch kalkuliert war. Sie liegt wohl tatsächlich nur bei 50,4% und damit nur 0,4% über der Mindestanforderung der WHO für eine Zulassung.

Das bekannt gewordene, nach Auskunft der Regierungen Südamerikas erpresserische Geschäftsgebaren von Pfizer in Lateinamerika führte verständlicherweise zur breiten Ablehnung des Impfstoffes durch die Regierungen. Angeblich wollte der US-Konzern, der vom Know-How der deutschen Tochter Biontech profitiert, zu Produktionspreisen verkaufen. Pfizer forderte wohl aber absurde Sicherheitsleistungen und umfassende Haftungsfreistellungen. Inzwischen wird auch AstraZeneca (abgefüllt durch Fiocruz) eingesetzt, das zu Produktionspreisen verkauft. Biontech/Pfizer und Johnson & Johnson sind erst seit Mai in geringen Mengen Einsatz. Sputnik hingegen erhielt Ende April keine Zulassung durch die brasilianische Gesundheitsbehörde ANVISA. Aber inzwischen erreichen Brasilien größere Lieferungen von Biontech und Johnson & Johnson, so dass hier in den nächsten Monaten mit eine Besserung der Quoten zu rechnen ist. Weitere Details siehe unten beim Abschnitt Impfungen.

Starker Rückgang in Manaus

Manaus konnte die Inzidenz der Neuinfektionen nach dramatischen Monaten im Mai/Juni mit vielen Opfern auf 77 im November senken. Anfang des Jahres war Manaus aber wieder im Katastrophenmodus. Die Inzidenz lag zwischenzeitig bei knapp 600. Der Wert liegt mittlerweile mit 8 weit unter den Landesdurchschnitt. Die Zahl der schwer Erkrankten stieg im Januar so stark, dass diese in anderen Bundesstaaten verlegt werden mussten. Manaus ist insofern ein wichtiges wissenschaftliches Untersuchungsfeld, weil die Stadt aufgrund von Blutuntersuchungen im Juni/Juli 2020 mit über 70% Infizierten laut einer Studie als „durchseucht“galt, da sich hier das Virus aufgrund der sozialen Gegebenheiten (bspw. kleine Boote als Transportmittel) nahezu ungebremst ausbreiten konnte.

Die Gründe für die erneuten Infektionen wurden untersucht, die Gamma-Virusmutation (P.1) ist seit längerem in Brasilien vorherrschend und fand ihren Ursprung in Manaus. Die Flüge von Manaus wurden seinerzeit leider nicht eingeschränkt, das Virus konnte sich entsprechend in Brasilien ausbreiten und sorgte teilweise für gleiche Bilder im ganzen Land wie im Januar in der „Hölle von Manaus“. Die Gamma Variante ist nach Einschätzungen von Experten Faktor 1,4 bis 2,2 ansteckender als der Wildtyp, entzieht sich leichter dem Immunsystem und ist insgesamt etwas gefährlicher. Solche Immun-Escape-Mutationen sind normal und mit steigenden Infektionenszahlen steigt auch das Risiko weiterer gefährlicherer Mutationen. Der Bundesstaat Amazonas liegt aktuell ebenfalls bei einer Inzidenz nur 8.

In Salvador liegt die Inzidenz nach einem erneuten Anstieg im März auf über 200 mittlerweile bei 13. Mato Grosso (Nord-Pantanal) verzeichnete seit November einen starken Anstieg auf fast 460. Der Wert sank zwischenzeitlich und liegt nun bei 109, und ist damit noch der Spitzenreiter (abgesehen von der vermutlich temporären Spitze in Rio) in den von uns erfassten touristischen Regionen. Das beliebte Pantanal Gebiet ist damit aber endlich auch unter der Schwelle zum Hochrisikogebiet. Mato Grosso do Sul (Süd-Pantanal) verzeichnete im Frühjahr eine vierte Welle, die wie jedes Mal das Niveau der vorigen Welle übertraf. Die Inzidenz fiel mittlerweile nach dem Spitzenwert von 460 Anfang Juni auf sehr erfreuliche 29 und liegt damit sogar weit unter dem Landesdurchschnitt.

Rate der aktuell Infizierten in Brasilien leicht über Deutschland

Die Zahl der aktuell Infizierten bezogen auf 100.000 Einwohner liegt aktuell in Brasilien bei 188 nach einem Anstieg bedingt durch Nachmeldungen. Die Zahl sank zuvor wochenlang und lag zwischenzeitlich unter dem Wert von Deutschland. Hier liegt die Inzidenz der aktuell Infizierten bei 176 – der Wochentrend zeigte lange stark nach oben und dreht nun in einen Abwärtstrend. Zu beachten ist beim direkten Vergleich allerdings eine gewisse Unsicherheit aufgrund der weniger durchgeführten Corona-Tests (siehe oben).

GloboTur mit Erfahrungen aus erster Hand

Das Team von GloboTur war jetzt im August und Januar 2021 in den Bundesstaaten São Paulo und Bahia unterwegs, um auch neue Angebote für den Atlantischen Regenwald zu testen. Im öffentlichen Raum gelten hier dieselben Regeln wie in Deutschland, die unseres Erachtens auch weitestgehend befolgt werden. Alle Touren und Transfers finden mit Masken statt – sogar im Regenwald, wenn nicht genügend Abstand eingehalten werden kann. In São Paulo wird auch in den öffentlichen Verkehrsmitteln nach unserem Eindruck die Maskenpflicht durchgängig eingehalten. Auf belebten Straßen und Taxis tragen viele Maske. Im inländischen Flugverkehr ist sogar der Verzehr von Speisen untersagt und nur kurzes Trinken von Wasser erlaubt. Hier in Deutschland wird ja mitunter das Essen und Trinken für langes Absetzen der Maske im Zug und Flugzeug vorgeschoben.

In der Vergangenheit traten vermutlich im beruflichen Umfeld vermehrt Infektionen auf, da dort nach unserer Kenntnis ebenfalls in den Unternehmen noch zu Beginn des Jahres nicht durchgängig Masken getragen werden und Klimaanlagen die Ansteckung begünstigen. Durch die oft beengten Verhältnisse kann sich das Virus dann auch im privaten Umfeld schnell verbreiten. Unseres Erachtens kann man die Gründe für die schwierige Situation der letzten Monate in Brasilien deshalb nicht auf eine nachlässige Haltung der Bevölkerung verkürzen. Die Lebensumstände sind gänzlich anders als in Deutschland. Umso mehr beeindruckt nun das rasante Ende der vierten Welle, was auf starke Dispiziplin bei den Impfungen und Einhaltung der AHA-Regeln hinweist.

In São Paulo und Rio de Janeiro sind ein Großteil der Firmen mit Büroarbeitsplätzen ansässig. Entsprechend ist hier wegen des höheren Wohlstands auch mehr Homeoffice und Homeschooling möglich. Das war vielleicht der Grund für die zunächst unterdurchschnittliche Neuinfektionsrate der Millionenmetropolen im Februar. Aktuell entwickeln sich aber São Paulo und Rio de Janeiro sehr unterschiedlich. Während in der Megametropole die Inzidenzen sehr gering sind, stiegen sie in Rio de Janeiro stark an. Vermutlich aufgrund der Delta-Variante in Verbindung mit geöffneten Bars und Restaurants. Aber die Zahlen in Rio sinken bereits wieder stark, trotz der vorherrschenden Delta-Variante. Trotz der vermutlich nachmeldebedingten, aktuellen Spitze sind deshalb sehr zuversichtlich für Brasilien, was den weiteren Verlauf der Pandemie angeht.

Risikobewertung durch das RKI

Die Einstufung als Risikogebiet durch das RKI berücksichtigt Aspekte wie Anzahl der Infektionen und Trends, Anteil schwerer Fälle und Ressourcenbelastung des Gesundheitssystems unter Berücksichtigung der getroffenen Maßnahmen der Prävention und Kontrolle. Das RKI hat Brasilien seit dem 22.8. auf Hochrisikogebiet herabgestuft. Die Delta-Variante hat sich landesweite durchgesetzt, wenn man die Zahlen des GISAID Netzwerkes und jetzt auch des offiziellen Boletim (s.o.) anschaut. Angesichts der guten Gesamtsituation bei den Impfungen und den Infektionen wird Brasilien ab dem 19.9. auch von der Liste der Hochrisikogebiete genommen. Die Reisewarnung nach Brasilien entfällt damit.

Impfsituation im Vergleich

Vergleich Deutschland und Brasilien zu USA und Großbritannien

Die Impfungen liefen in Deutschland und Europa sehr schleppend an, da Engpässe in der Impfstoffproduktion bis ins Frühjahr hinein bestanden. Zudem war die Beschaffungsstrategie der EU offensichtlich nicht ganz glücklich. Länder wie Großbritannien hatten besser verhandelt, so dass diese zu Beginn eine dreifache Anzahl von Impfdosen pro 100 Einwohner verabreicht haben. Aber Deutschland hat bei den Erstimpfungen aufgeholt und verringerte den Abstand mittlerweile auf 67% zu 71%. Deutschland hat damit das Niveau von den USA bei den Erstgeimpften überholt. Bei der Zahl der voll geimpften Personen schmolz der Vorsprung sogar noch schneller: 63% in Deutschland versus 65% in Großbritannien und 54% in den USA. (Anmerkung: Die Zahlen weichen leicht vom deutschen Impfdashboard ab, da hier ein bis zwei Tage Meldeverzögerung vorliegen).

Die stagnierende Zahl der Erstimpfungen in den USA zeigt hier klar, dass man früh an die Grenzen der Impfbereitschaft stieß. Die Zahl der verimpften Dosen lag in den USA Ende Juli bei nur noch bei rund 15% des Spitzenwerts von Mitte April. Impf-Skeptiker scheinen besonders bei jungen Menschen („Betrifft mich ja nicht“) und gering gebildeten und Minderheiten ausgeprägt zu sein, so dass man Lotterien und andere Anreize geschaffen hat. Im Zuge der vermehrten Infektionen mit der Delta-Variante haben die Impfungen mit aktuell wieder 25% des ursprünglichen Spitzenwertes aber seit Anfang August endlich wieder etwas zugenommen. Auch in Deutschland liegt die Zahl der verimpften Dosen nur bei einem Drittel des Spitzenwertes von Mitte Juni. Die Impfskeptiker sind offensichtlich doch größer als zu Beginn gedacht, die USA könnten sogar bald wieder Deutschland einholen. Leider wird hier in Deutschland wohl nur eine ausgeprägte und tödliche weitere Welle die Menschen zur Vernunft rufen, wie dies in den USA aktuell geschieht. Brasilien impft seit Ende Juli mit hoher Geschwindigkeit, da hier vor allem die Quote der vollständig Geimpften noch gering ist und mittlerweile die Impfstoffe kein so stark limitierender Faktor mehr sind. Das Land impft seit seit Ende Juli rund drei bis viermal schneller als Deutschland – auf die Einwohnerzahl bezogen.

Nahezu Stillstand der Impfkampagne in Deutschland 

Die Impfkampagne in Deutschland gewann im Mai und Juni an Dynamik, weil Betriebs- Fach- und Hausärzte neben den Impfzentren ebenfalls impften. In der vergangenen Woche wurden aber nur noch rund 1,4 Mio. Dosen, vor allem Zweitimpfungen, verimpft, das Niveau stieg leicht gegenüber der Vorwoche. Die Sommerferien sind nun zu Ende und die Inzidenzen sind wieder relativ hoch. Es ist zu hoffen, dass die Zahl der Impfungen im Lichte einer drohenden Delta-Welle wieder anzieht. Deutschland erlebte nicht die schockierenden Situationen wie in Portugal, Spanien und Italien. Deren Impfquoten sind entsprechend wesentlich höher. Die Zahl der Erstgeimpften stieg in Deutschland nur noch minimal auf 67,6%, wohingegen 63,7% der Bevölkerung bislang die zweite Impfung erhalten haben. Die Impfstrategie des Frühjahrs zu vorrangigen Erstimpfungen basierte auf der Erkenntnis, dass eine erste Impfung bei der Alpha-Variante schon einen guten Schutz gegen schwere Erkrankungen bieten konnte. Allerdings zeigt sich nun bei der Delta-Variante, dass nur voll geimpfte Personen einen wirksamen Schutz haben. Man sieht, wie schnell sich die Rahmenbedingungen für Impfkampagnen ändern.

Die Impfkampagne in Deutschland ist aktuell fast zum Erliegen gekommen, es sollen nun auch niedrigschwellige Angebote beispielsweise in Einkaufszentren ohne Termine gemacht werden. Man hofft so noch im Herbst näher an eine Herdenimmunität heranzureichen. Dennoch befürchtet Gesundheitsminister Spahn sehr hohe Inzidenzen im weiteren Herbst. Großbritannien zeigt aber bislang, dass eine Inzidenz von über 400 verkraftbar sein kann, wenn die gefährdeten Personengruppen durchgeimpft sind. Denn die Klinikeinweisungen liegen bei nur 30% des Spitzenwertes vom Jahresbeginn und die Zahl der Toten beträgt aktuell „nur“ 10% des Spitzenwertes von Ende Januar, ob die Zahl der Neuinfektionen im Juli 80% des Rekordwertes vom Jahresbeginn erreichte. Klar ist damit, dass sich die Zahl der Neuinfektionen und die Zahl der Hospitalisierten erfreulicherweise entkoppelt haben.

USA im Sog der Delta-Welle

Eine traurige Entwicklung hingegen zeigt sich in den USA. Hier stieg die Inzidenz der Neuinfektionen auf das Niveau von Großbritannien (über 300), die Inzidenz der Klinikeinweisungen hat aber schon das Dreifache und die Inzidenz der Toten sogar das Vierfache von Großbritannien erreicht. Es ist ein struktureller Unterschied bei den Geimpften dahingehend zu vermuten, dass in den USA bei den gefährdeten Gruppen die Impfquote geringer ist, so dass diese häufiger schwerer erkranken. In Großbritannien hingegen werden offenbar vor allem jüngere Menschen infiziert. In Deutschland liegt die Impfquote bei über 60-jährigen laut RKI bei nur 83%, es ist also hier auch mit steigenden Klinikeinweisungen im Zuge einer Delta-Welle zu rechnen, wenn die Infektionen auch die älteren Menschen erreichen.

Brasiliens Impfwunder

In Brasilien wurden bislang hauptsächlich Sinovac (Coronavac, abgefüllt durch Butantan) und AstraZeneca (abgefüllt durch Fiocruz) verabreicht. Die Lieferungen von Biontech nehmen inzwischen merklich zu, so dass offensichtlich kaum mehr Sinovac verimpft wird und damit der Anteil der auch in der EU zugelassenen Impfstoffe steigt. Im nächsten Jahr soll das brasilianische Unternehmen Eurofarma auch mit der Abfüllung von jährlich 100 Millionen Dosen beginnen, die nach Lateinamerika geliefert werden sollen. in Das Vacinômetro des Gesundheitsministeriums zeigt eine von uns errechnete Quote der Erstimpfungen von landesweit 68,2% und 39,9% bei den Zweitimpfungen. Damit hat Brasilien schon das Erstgeimpftenniveau von Deutschland und USA überholt und wird Großbritannien und vermutlich auch die aktuellen Spitzenreiter Spanien, Portugal und Italien im Oktober einholen.

Rio und Sã0 Paulo 98% Impfquote 

Die Zahlen in São Paulo und Rio sind sehr beeindruckend: In beiden Megametropolen sind bereits 98% der über 18-jährigen erstgeimpft und fast 60% vollständig geimpft. Brasilien hat nur wenige Impfskeptiker, selbst die Homöopathie-Anhänger dort lassen sich impfen. Der Grund ist, dass Brasilien noch in den 70er Jahren viele Tote durch Seuchen zu beklagen hatte, Impfungen werden deshalb als Segen betrachtet. Eine Erfahrung, die in Deutschland fehlt und eine Impfung bei leider vielen Menschen als optional erscheinen lässt. Ein Interview des Spiegel zu Brasiliens-Impfwunder gibt mehr Hintergründe zur sehr positiven Impf-Entwicklung in Brasilien.

Laut des Panels liegt der Anteil von Sinovac bei den bisherigen Impfungen bei 33,0%, AstraZeneca bei 44,0%, Biontech/Pfizer bei 20,9% und Johnson bei 2,1%. Also mittlerweile sind zwei Drittel der Bevölkerung mit in der EU zugelassenen Impfstoffen geimpft. Es macht sich zunehmend der Effekt der „Sommelier das Vacinas“ (Impfstoff-Feinschmecker) breit, die bei der Anmeldung fragen, welcher Impfstoff verabreicht wird und sie dann ablehnen, wenn es nicht Biontech ist. Ähnliches kennen wir aus Deutschland und das bremst insgesamt die Erfolge aus. Nur Sinovac ist aus unserer Sicht wirklich eine merklich schlechtere Wahl, weshalb hier in Brasilien auch eine dritte Booster-Impfung mit mRNA Impfstoffen erfolgt ist, zudem die ersten Sinovac Impfungen bereits über sechs Monate her sind.

Regionale Unterschiede in Brasilien

Ein Blick in die Zahlen der Regionen offenbart Unterschiede hinsichtlich der Mengen und Herstellern der verimpften Dosen. Während im Süden und Südosten (u.a. Rio und São Paulo) schon rechnerisch 1 Dosis pro Kopf verimpft wurde, liegt die Quote im Nordosten (z.B. Salvador und Recife) bei 0,74 und im Norden (vor allem Amazonas) bei sogar nur 0,68. Dies hat neben wirtschaftlichen wohl auch logistische Gründe, weil in Millionenmetropolen die Impfungen einfach effizienter verabreicht werden können aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte. Aber dafür ist aktuell die Quote vom schlechteren Sinovac im Südosten noch sehr hoch, weil der Gouverneur vom Bundesstaat São Paulo früh mit dem Einkauf von Impfstoffen begonnen hat und damals nur Sinovac erhältlich war (siehe oben). Es ist zu vermuten, dass aber das Biotech-Präparat nun verstärkt in den Regionen Süden und Südosten zum Einsatz kommt, als als dritte Boosterimpfung bei denen, die vorher Sinovac erhalten haben.

Gute Aussichten für mehr Impfstoffe in Brasilien

Im vierten Quartal sollen noch 100 Mio. Dosen Moderna hinzukommen. Die US-Regierung hat zudem angekündigt, 19 Millionen Dosen Biontech/Pfizer im Rahmen des COVAX-Programms nach Brasilien geben zu wollen. Über die politischen oder wirtschaftlichen Hintergründe kann man nur spekulieren, denn Brasilien sollte als größte Volkswirtschaft Südamerikas die Dosen weniger aus finanziellen Gründen benötigen als wirklich arme Länder der Welt. Aber schon beim aktuellen Impftempo sieht es danach aus, dass Brasilien bis Ende Oktober alle Impfwilligen geimpft haben wird und die Auffrischungen beginnen können. Brasilien hat übrigens bei der Impfkampagne 2010 gegen die Schweinegrippe 45% der Bevölkerung innerhalb von drei Monaten geimpft und gezeigt, wozu die Verwaltung fähig ist, wenn der Präsident nicht sabotiert. Die ersten positiven Effekte trotz niedriger Impfquoten wurden in Brasilien dank der Priorisierung schon länger sichtbar: Die Todesfälle unter den über 80-Jährigen hat sich halbiert, die Sterberate unter Medizinern ist gesunken und auch die Todesfälle unter der indigenen Bevölkerung nahmen ab.

Impfzertifikate, 3G und 2G in Deutschland

Es wurden in Deutschland am 9.5. Lockerungen für nachweislich Genesene und Geimpfte umgesetzt und entsprechend bei der bundesweit einheitlichen Einreiseverordnung berücksichtigt. So müssen diese Personengruppen („3G“) keinen Test beim Betreten von Geschäften vorweisen oder sich nach der Rückreise aus „normalen“ Risikogebieten nicht in Quarantäne begeben. Wenn jemand einen Impfpass mit Impfnachweis (letzte, vollständige Impfung liegt mindestens zwei Wochen zurück) oder positiven PCR-Test vorlegen kann, der zwischen 28 Tage und 6 Monate alt  ist, werden diese aktuell negativ Getesteten gleichgestellt. Auch werden Geimpfte und Genesene nicht bei Zusammenkünften als zusätzliche Personen gezählt. Seit dem 9. Juni ist auch der digitale Impfpass als App verfügbar. Der QR-Code für den Impfnachweis wird durch die Impfstellen generiert und kann anschließend über die CovPass-App oder die Corona-Warn-App importiert werden, welche die Daten ausschließlich lokal speichern. Seit dem 14. Juni können Apotheken ebenfalls diesen Impfnachweis generieren, wenn der Impfpass vorgelegt wird. Eine Apothekensuche ist auf der Webseite mein-apothekenmanager.de möglich.

Aussichten mit Unsicherheit behaftet

Eine Ungewissheit besteht dann hier in Deutschland wie in Brasilien noch, wie sich die Situation bei stärkerer Immunisierung angesichts weiterer Mutationen entwickelt, entsprechend ist eine notwendige Auffrischung innerhalb von sechs Monaten im Gespräch. Aber wir hoffen, dass im Herbst eine breite Immunisierung vorherrschen wird. Dennoch sind internationale Massenveranstaltungen angesichts der ansteckenden Delta-Variante noch zu früh. Das sah man auch beim Oktoberfest so und hat es trotz der bisherigen positiven Entwicklungen abgesagt.

Die Impfkampagne hat also in Bezug auf die „harte Währung“ Todeszahlen klar eine positive Wirkung entfalten können und Schlimmeres verhindert. In England wurden entgegen der Expertenempfehlungen und auch auch entgegen der Mehrheit der Bevölkerung die kompletten Lockerungen am 19.7. umgesetzt. Dies blendet bewusst aus, dass immer noch ein Teil der geimpften Alten wegen etwas geringerer Wirksamkeit der Impfstoffe bei der Delta-Variante sterben und auch Kinder an Post Covid leiden. Großbritannien wird also das Versuchslabor Europas und gibt Hinweise darauf, wie es im Herbst bei uns aussehen könnte. Seit dem 23. August besteht eine Nachweispflicht bei einer Inzidenz von über 35 (3G) und ab 11. Oktober werden die Schnelltests dann kostenpflichtig. Zudem werden Rufe nach 2G Regeln laut, wie sie nun in Hamburg gelten, dass Restaurants und Bars Ungeimpfte nicht mehr einlassen müssen, auch nicht mit Test. Im Gegenzug werden die Beschränkungen dann weitgehend aufgehoben.

Reiseeinschränkungen bei Brasilienreisen

Brasiliens Corona / Covid-19 Einreisebedingungen

Brasilien hat seit dem 30.12. eine Einreisebeschränkung, so dass nun vor der Einreise ein negativer PCR-Test sowie eine Gesundheitserklärung vorgelegt werden muss. Auch nach der neuesten Einreiseverordnung 655 ersetzt ein Nachweis der vollständigen Impfungen nicht den PCR-Test. Genesene mit noch positiven PCR-Test können dennoch einreisen, wenn ein Antigen-Schnelltest negativ ist und ein ärztliches Attest in englischer Sprache vorgelegt wird, dass der Reisende asymptomatisch und reisefähig ist.

Füllen Sie die Gesundheitserklärung der Gesundheitsbehörde ANVISA online aus und führen Sie diese ausgedruckt mit. Wundern Sie sich bitte nicht: Die Website spricht von einer Teilnahme an einer Umfrage „Survey“. Im ersten Schritt müssen Sie Name und E-Mailadresse angeben, an die ein Link zum Ausfüllen der Erklärung gesendet wird. Schauen Sie auch in den Spam-Ordner. Der PCR-Test ist ab 12 Jahren verpflichtend, 3-11 Jährige benötigen diesen nur, wenn sie unbegleitet reisen. Für Kinder bis 2 Jahren wird kein Test benötigt.

Reisekrankenversicherung dringend empfohlen

Eine Reisekrankenversicherung muss nicht nachgewiesen werden, ist aber dennoch selbstverständlich dringend empfohlen. Sollten Sie zudem einer Risikogruppe angehören, raten wir zudem von einer Reise ab. Denn die privatversicherte Gesundheitsversorgung für Touristen ist zwar auf deutschem Niveau, steht aber nur in größeren Städten zur Verfügung und Intensivbetten sind durch die Pandemie weniger verfügbar. Das heißt, auch bei anderen Erkrankungen besteht die Gefahr, nicht optimal behandelt zu werden. In staatlichen Krankenhäusern und Gesundheitszentren ist die Ausstattung nicht auf deutschem Niveau und Englisch wird zudem selten gesprochen. Bei einer Covid-19-Erkrankung mit Komplikationen ist in Deutschland eine wesentlich bessere Behandlung zu erwarten.

Wir beraten unsere Kunden natürlich gerne hinsichtlich einer passenden Auslandsreisekrankenversicherung, die auch bei einer Pandemie gültig sein muss. Gute Erfahrungen haben wir mit der preiswerten Auslandsreisekrankenversicherung der HanseMerkur gemacht, die mehrere Reisen pro Jahr mit einer maximalen Dauer bis 56 Tage abdeckt und sich bequem jährlich erneuert. Hanse Merkur bietet nun auch eine Corona-Zusatzschutz an, der auch die Kosten einer notwendigen Quarantäne und Transportverweigerung im Ausland absichert.

Reisen bei noch schwieriger Lage?

Sie können trotz der epidemischen Lage ohne Reisewarnung eine Brasilienreise antreten, allerdings können nach wie vor coronabedingte Leistungseinschränkungen (bspw. unvorhersehbare Ereignisse wie Flugstornierungen/entfallene Programmpunkte/eingeschränkte Services in Hotels etc.) nicht als Reisemangel reklamiert werden, da diese immer noch vorkommen können. Selbstverständlich werden wir über bereits bekannte Einschränkungen vor Abreise informieren, notwendige Umbuchungen vornehmen und alles in unserer Macht stehende tun, damit die Brasilienreise trotz der möglichen Einschränkungen eine Traumreise wird.

Die Entwicklung in Brasilien ist so vielversprechend, dass die Reisewarnung aufgehoben wurde. Zurecht, wie wir finden. Natürlich werden nach wie vor Unsicherheiten hinsichtlich der Pandemie, möglicher Varianten etc. bestehen. Wir sind aber sehr zuversichtlich, dass sich ab Januar 2022 die internationale Situation soweit entspannt haben wird, dass wieder nahezu unbeschwertes Reisen möglich sein wird.

Corona / Covid-19 Rückreisebedingungen nach Deutschland

Seit dem 01. August gilt die neue Einreiseverordnung, die nur noch zwischen Hochrisikogebiet und Virusvariantengebiet unterscheidet. Von der Einstufung hängen auch die vorgeschriebenen Maßnahmen bei Einreise nach Deutschland ab. Das RKI hat die Länderliste entsprechend aktualisiert. Brasilien wird mit Wirkung zum 19.9. von der Liste der Hochrisikogebiete genommen. Es bestehen bis auf die allgemeine Nachweispflicht (Geimpft, Genesen, Getestet) bei der Einreise nach Deutschland keine Einschränkungen mehr. 

Die am 30.1. in Kraft getretene Einreisesperre aus Brasilien wird entsprechend aufgehoben, auch Brasilianer:innen, die nur mit Coronavac geimpft sind, können mit einem negativen Test einreisen. Mittlerweile hat sich auch die Situation der internationalen Flugverbindungen weiter normalisiert. Fast alle Airlines fliegen wieder São Paulo an und auch Rio steht bei Air France und TAP wieder auf der Liste der angeflogenen Ziele. Die Lufthansa plant im September wieder nach Rio zu fliegen. Dennoch ist aktuell noch mit Flugausfällen zu rechnen, wenn im Herbst in Europa die Infektionszahlen wieder anziehen sollten.

Pflicht zum Ausfüllen der Einreiseanmeldung entfällt

Die digitale Einreiseanmeldung unter www.einreiseanmeldung.de entfällt für Einreisende aus Brasilien.

Nachweispflicht vor der Rückreise

Gemäß der aktuellen Einreiseverordnung müssen alle Einreisenden egal mit welchem Verkehrsmittel einen Nachweis über Impfung, Genesung oder Testung erbringen. Wer keinen Nachweis über eine vollständige Impfung oder Genesung vorlegen kann, muss einen negativen Test schon vor Abflug vorlegen. Hierbei darf der Abstrich bei einem PCR-Test nicht früher als 72 Stunden vor Einreise am deutschen Flughafen vorgenommen worden sein. Bei einem Antigentest darf der Abstrich höchstens 48 Stunden vor Einreise nach Deutschland erfolgt sein.

Beachten Sie, dass Transitländer und Airlines dennoch einen Test von Geimpften oder Genesenen verlangen können, auch wenn dies bei der Einreise nach Deutschland nicht mehr vorgeschrieben ist. Bei Direktflügen mit der Lufthansa und Latam benötigen Sie entsprechend keinen PCR-Test, wenn Sie das Genesenen- oder Impfzertifikat vorlegen können.

Der PCR-Test gilt als „Goldstandard“ und ist zuverlässiger als ein Antigen-Schnelltest, vor allem angesichts von Virusvarianten. Eine sichere und schnelle Lösung ist das Testzentrum von CR Diagnósticos am Flughafen São Paulo Guarulhos am Terminal 3, das für 350 BRL innerhalb von ca. 4h ein PCR-Testergebnis liefert. Kunden der Lufthansa, Swiss, TAP, KLM, Air France erhalten 10% Rabatt. Allerdings sollten Sie hier mit bis zu drei Stunden Wartezeit bis zur Probenentnahme rechnen. Beachten Sie, dass Sie das negative Testergebnis bereits beim Check-in vorlegen müssen, wobei es auch als PDF am Mobiltelefon gezeigt werden kann. Aus diesem Grund sollten Sie sicherheitshalber mindestens 9 Stunden vor Abflug am Flughafen eintreffen.

Am Flughafen Belo Horizonte gibt es eine vergleichbare Testmöglichkeit vom Labor Hermes Pardini, die nach eigenen Angaben ein Testergebnis in fünf Stunden liefern. Das sollte bei einer guten Flugverbindung ebenfalls ausreichen. Da der Abstrich nicht früher als 72 Stunden vor Einreise in Deutschland genommen werden darf, müssen Sie bei anderen Testmöglichkeiten (z.B. Testergebnis erst nach 24h) prüfen, ob zwischen Abstrich (Probenentnahme) und Eintreffen in Deutschland weniger als 72 Stunden liegen (Achtung Zeitverschiebung!). Sonst riskieren Sie ein Bußgeld und müssen sich erneut testen lassen und ggf. ein Hotel auf eigene Kosten bis zum Erhalt des Testergebnisses bezahlen. Die Bundespolizei prüft mittlerweile alle Reisenden aus Risikogebieten direkt beim Ausstieg aus dem Flugzeug. Sie können auch einen negativen Antigentest vorlegen, der in der Regel etwas preiswerter ist als ein PCR-Test. Es gilt aber zu beachten, dass der Abstrich höchstens 24h vor Einreise erfolgt sein darf. Auch muss das Testergebnis auf englischer Sprache sein und genaue Angaben zu Spezifität und Sensitivität sowie Testname enthalten muss. Damit scheiden in der Regel einfache Tests in Apotheken in Brasilien aus.

Keine Quarantänepflicht nach der Rückkehr

Es besteht keine Quarantänepflicht mehr bei der Rückkehr. Aber Ungeimpfte müssen einen negativen PCR- oder Antigen-Test vorlegen, der auch in englischer Sprache vorliegen muss.

Links zu Botschaften und Vertretungen in Deutschland und Brasilien

Notieren Sie sich möglichst die Kontaktdaten der Auslandsvertretungen für Deutschland, Schweiz oder Deutschland in Brasilien. Für weitere Fragen zur Einreise wenden Sie sich an die Brasilianische Botschaften in Berlin, Bern oder Wien.

Die Reisebeschränkungen für Österreich finden Sie auf der Informationsseite der österreichischen Bundesregierung. Das Bundesamt für Gesundheit der Schweiz hat auch eine Informationsseite Corona für Reisende erstellt.

Corona / Covid-19 FAQ Brasilienreisen

Ich möchte nicht warten. Welche Kosten entstehen bei der Stornierung meine Brasilienreise?

Selbstverständlich können Sie Ihre Reise jederzeit stornieren. Wir nennen Ihnen gerne die anfallenden Stornogebühren, die von Ihren individuell gebuchten Leistungen abhängen. Aber wir möchten Ihnen gerne eine Verschiebung der Reise ans Herz legen. Dies können wir in Absprache mit unseren Partnern in Brasilien oft sogar ohne Umbuchungskosten vornehmen. Das gibt Ihnen, uns und auch unseren Partnern in Brasilien eine Planungssicherheit. Hinsichtlich individuell gebuchter Flüge müssen wir mögliche Kosten einer Verschiebung bzw. Stornierung prüfen. Sprechen Sie uns gerne an, damit wir die besten Optionen ausloten können.

Übernimmt meine Reiserücktrittsversicherung Stornierungskosten meiner Brasilienreise wegen Corona / Covid-19?

Reiserücktrittsversicherungen übernehmen nur in solchen Vorfällen die Kosten einer notwendigen Stornierung, wenn diese in den Versicherungsbedingungen genannt sind. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn der Buchende selbst oder einer der Mitreisenden unerwartet und schwer erkrankt (das gilt natürlich auch für COVID-19). In guten Versicherungsangeboten ist zudem ein Rücktritt wegen Einkommensverlusten bei Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit abgedeckt. Gute Erfahrungen haben wir mit der preiswerten Auslandsreisekrankenversicherung der HanseMerkur gemacht, die mehrere Reisen pro Jahr mit einer maximalen Dauer bis 56 Tage abdeckt und sich bequem jährlich erneuert. Sehen Sie hier die entsprechenden Corona-FAQ der Hanse-Merkur.

Mein Flug nach Brasilien wurde wegen Corona / Covid-19 storniert. Was muss ich tun?

Wir überwachen ständig den Status der von uns gebuchten Flüge. Sobald wir Kenntnis von der Streichung Ihres Fluges erlangen, setzen wir uns mit Ihnen in Verbindung. Zuvor sprechen wir mit den Fluggesellschaften, da diese prinzipiell Ersatzflüge anbieten oder den Flugpreis erstatten müssen. Aktuell erfolgen die Erstattungen teilweise widerrechtlich zeitlich stark verzögert oder durch Gutscheine. Hier ist die Situation sehr dynamisch und wir suchen nach der besten Lösung für Sie.

Sollten Sie Ihren Flug selbst gebucht haben, müssen Sie bitte die Fluggesellschaft selbst kontaktieren. Denn wir haben keinen Zugriff auf Ihre Buchung und können deshalb auch keine Änderungen veranlassen. Aber auch hier ist die Airline im Prinzip verpflichtet, Ihnen einen Ersatzflug anzubieten oder die Erstattung vorzunehmen.

Wann kann ich wieder eine Reise nach Brasilien buchen?

Brasilien ist ab 19.9. kein Risikogebiet mehr. Damit sind Brasilienreisen uneingeschränkt wieder möglich. Wir sehen  eine weitere Entspannung der Pandemie-Situation Ende 2021, wenn Impfungen weiter fortgeschritten sind. Buchungen für Reisen ab dem ersten Quartal 2022 nehmen wir gerne entgegen und sehen auch eine große Chance, dass diese Brasilienreisen ohne größere Komplikationen möglich sind. Werfen Sie schon jetzt einen Blick auf unsere Brasilien-Rundreisen oder stellen Sie sich Ihre individuelle Brasilienreise aus unseren Brasilien-Reisebausteinen zusammen. Senden Sie uns gerne eine unverbindliche Reiseanfrage, wir kommen dann mit einem möglichen Reiseprogramm auf Sie zurück.

Rechtlicher Hinweis

Die obigen Informationen sind nach bestem Wissen zusammengestellt. Sie ersetzen aber keine Rechtsberatung oder verbindliche Auskünfte zuständiger europäischer oder brasilianischer Behörden hinsichtlich der jeweiligen Einreisebedingungen. Insofern übernehmen wir keinerlei Haftung für die oben aufgeführten Informationen.

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Thema "Brasilienreise und Corona / Covid 19"

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